Gartentagebuch: Jeden Monat neu !

September 2019

Da ist er schon, der Herbstanfang! Was fangen wir im Garten an? Neben dem Beobachten der Zünslertätigkeit, in zwei Wochen ist wieder die Raupenkontrolle fällig, bleibt die Schere vorläufig das wichtigste Werkzeug. Die abgeblühten Taglilien werden soweit zurück geschnitten, bis es gut aussieht. Ich lasse immer etwas stehen, um die Struktur im Beet zu erhalten. Die Indianernessel ( Monarda) zum Beispiel, schneidet man knapp über dem Boden ab, ebenso die vom Mehltau befallene Staudensonnenblume (Helianthus). So ergeben sich neue Durchblicke im Staudenbeet. Vor der Yucca wohnt eine Katzenminze, die vor zwei Wochen geschnitten wurde, sie hat bereits wieder durchgetrieben und erfreut mit ihrem Laub.

Phlox und Gaura, dazu die kleinblütige „Juanita“-Rose

Der Phlox blüht immer noch, ich habe in meiner Fotodokumentation nachgesehen, seit Anfang Juli beeindruckt die Flammenblume, wie Phlox auch genannt wird. Ich mache mir die Mühe, verwelkte Blüten des Phloxes oft zu entfernen, schaue genau hin, darunter befinden sich meist neue Knospen, die eine zweite Blüte bringen.

Rispenhortensie Limelight und Chinaschilf Miscanthus sinensis strictus, Zebragras

Selbst im langsamen Abblühen sind die Rispenhortensien schön. Einige Hosta schieben noch einmal einen Blütenstand und beeindrucken ohnehin mit ihrem schönen, unterschiedlich gezeichneten Blattwerk, ebenso wie die Gräser.

Das ist die langlebige Clematis Tubulosa !

Nun zu den Pflanzen, die uns derzeit im Garten erfreuen: Eine staudige Clematis: Clematis Tubulosa, oder auch Staudenclematis. Blaue, strahlende Blüten leuchten im Garten bis in den frühen Herbst hinein. Auch die Bienen und Hummeln finden dort viel Futter. Die Staude wird 80-120 cm hoch und ist robust. Einige Rosen überzeugen mit der dritten oder vierten Blüte, Schneewittchen gehört zu den Dauerblühern. Die Bartblume zieht mit ihren stahlblauen Blüten Bienen und Hummeln magisch an.

Noch immer blüht ein Sonnenhut, Rudbeckia Goldsturm

Alle Stauden freuen sich nach einem trockenen Sommer mit viel Gießwasser über eine Gabe mit Steinmehl und Hornmehl. Denn wo viel gewässert werden muss, spült man auch viele Mineralien aus dem Boden. Ich versorgen einige Stauden mit Gaben des Unviversaldünger von Hortulust, experimentiere gerade mit den Angeboten dieser Firma, die ich auf der Buga erstmals kennengelernt habe. Die Wirkung interessiert mich besonders, weil diese Produkte auf natürlicher Basis entwickelt wurden. Es geht darum das Bodenleben langfristig zu versorgen und zu verbessern, die Pflanzen zu stärken. Enzyme und Phythohormone, Enzyme aus Malzkeimen, Kräuter und Gesteinsmehl bilden die Grundlage. Ich werde an dieser Stelle weiter berichten, wie sich diese Düngung auswirkt, welche Erfahrungen ich gemacht habe. Wer sich vorab informieren möchte: http://www.hortulust.de

Neben dem Schneiden sollte nicht vergessen werden, mit einer schmalen Hacke, den Boden zwischen den Stauden zu lockern. Damit unterbricht man die Verdunstung und sorgt für Belüftung des Bodens, eine Voraussetzung für ein aktives Bodenleben.

Hosta und Hortensie, eine unschlagbare Kombination

Ab Mitte September ist die neue Zwiebelauswahl am Markt. Sowohl in den einschlägigen Geschäften, als auch im Internet gibt es eine große Auswahl an Schneeglöckchen, Tulpen, Osterglocken und so weiter. Ende des Monats werde ich auf dieses Thema, das auch in Heilbronn in den Vorträgen breiten Raum einnehmen wird, zurück kommen.

Sonnenhut, Rudbeckia triloba, 'Prärieglow'

August 2019 

Die Tage im Garten sind herrlich! Es ist warm, manche Tage sind heiß und die Abende mild wie im Süden. Es hat in Berlin gelegentlich geregnet, doch fehlt immer noch Wasser. Die Bodenfeuchtigkeit ist bis auf 85 cm abgesunken. Das heißt, auch Sträucher und kleinere Bäume brauchen Wasser.

Im Garten ist jetzt die Zeit eines Sommerdurchgangs. Stauden, die abgeblüht sind, wie zum Beispiel die Indianernessel, Nachtviole oder der frühe Phlox , sollten heruntergeschnitten werden. Verblühte Dreimasterblumen legen sich oft über andere Stauden, weil sie zu schwach geworden sind. Auch sie werden bis knapp über dem Boden abgeschnitten. Der Ehrenpreis blüht oft noch einmal nach, beim Abschneiden genau hinschauen, ob nicht kleine Seitentriebe zu sehen sind, die einen Blütenansatz tragen. Genauso verhält es sich mit dem Sommerflieder, der Buddleia. Schneidet man die verblühten Rispen ab, öffnen sich seitlich noch einmal kleinere. Schmetterlinge sind dieses Jahr nur wenige zu Gast, abgesehen von den häufig vorkommenden Kohlweißlingen.

Neben dem Ausputzen und Abschneiden ist es gut, wenn der Gartenboden rund um die Stauden gelockert, mit der Hacke bearbeitet wird. Durch das häufige Gießen ist der Boden verdichtet, das Wasser fließt nur durch bestimmte, kleine Kanäle und verteilt sich nicht mehr breit. Das verhindert man durch Auflockern und Durchhacken. Ebenso wird eine starke Verdunstung  verhindert. Es kommt Luft in die Zwischenräume, des Bodens, die Nährstoffe können an der Krümelstruktur anhaften, werden den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Jetzt ist auch eine gute Zeit noch einmal Pflanzenstärkungsmittel auszubringen. Das können Jauchen aus Brennnessel oder Beinwell oder fertige Produkte sein, die auf Kräuter- und Malzbasis den Boden mit Mineralien und Mikroorganismen versorgen. Der Trend geht in diesem Bereich eindeutig auf die Verwendung von natürlichen Mitteln, die fermentiert und mit Pflanzenauszügen versetzt werden. Damit steht die Stärkung der Pflanzen und die Gesunderhaltung des Bodens im Vordergrund. Eine gute Sache, wie ich finde.

Auf der Buga in Heilbronn wurde ich auf die Hortulust Dünger aufmerksam, probiere sie zur Zeit im heimischen Garten aus, werde über meine Erfahrungen an dieser Stelle berichten.

Was ist noch zu tun? Sträucher können jetzt einen Schnitt gebrauchen, sie haben dann immer noch genügend Zeit ihre Wunden zu verschließen und neu zu treiben. Außerdem sieht man bei einem belaubten Gehölz viel besser die „Figur“ des Baumes oder Strauches, sieht wo Überschneidungen sind, oder zu ausladende Äste entfernt werden müssen.

Immer wieder gibt es im Garten schöne Erlebnisse: Das vor zwei Jahren gepflanzte Mirabellenbäumchen, Belle de Nancy, trägt in diesem Jahr schon über 20 wohlschmeckende Früchte, die wir nun naschen können. Das Bäumchen selbst hat ein paar Probleme. Etwas frißt an ihm, vermutlich eine Wespenart, Blattläuse waren im Frühjahr in Scharen aufgetreten. Ich hoffe, das wächst sich aus. Die guten Erfahrungen mit dem Vorgängerbaum in meinem Hauptstadtgarten haben mich dazu bewogen wieder diesselbe Sorte zu pflanzen. Denn Mirabellen schmecken einfach köstlich. Auch zu Marmelade und Kuchen lässt sich die Frucht wunderbar verwerten.

Das „gelbe Beet“ leuchtet und blüht, dass es eine wahre Pracht ist. Die großen Sonnenhüte werden im Herbst umziehen, weiter nach hinten, denn im Beet sind sie nun beinahe zu mächtig geworden, die dahinter wachsenden Taglilien brauchen etwas mehr Platz. Vielleicht lasse ich auch einen Teil stehen und kürze sie im Frühsommer ein, das soll denselben Effekt wie bei Phlox oder Herbstastern haben, die Pflanze wird kompakter und blüht noch mehr. Ich werde, wie ich es immer tue, erst einmal einen Versuch an höchstens einem Drittel der Stängel machen, um zu sehen, wie die Pflanze reagiert. Auf diese Weise Erfahrungen zu machen ist gut.

Im September bin ich über einen längeren Zeitraum noch einmal in Heilbronn. Dort wird es auch um Zwiebelpflanzen gehen, die im Herbst in die Erde kommen, um uns das Frühjahr und den Frühsommer zu verschönern.

Juli 2019

Dieser Monat bekommt nun doch einen eigenen Platz. Er bringt so viele Höhepunkte im Garten, das kann ich nicht vorbeiziehen lassen. Hebe ich den Blick über den Bildschirm, fasziniert mich direkt vor dem Fenster die Lilie Macizo. Und schon fängt die Schwierigkeit an: Diese Lilie, die zum ersten Mal 2014 in meinem Garten blühte, finde ich unter dem notierten Namen nicht mehr. Entweder ist sie nicht mehr lieferbar, oder ich habe den Namen falsch geschrieben. Dennoch werde ich sie hier vorstellen. Mit ihrer Größe von 1,90 und den mehr als handtellergroßen Blüten in einem gedämpften Rot ist sie seit einer Woche die Sensation in meinem Garten. Als sie im Frühling wuchs und einen dicken Stängel ausbildete, hoffte ich auf schöne Blüten. Und sie kamen: Jetzt in der ersten Juliwoche sind 7 Blüten geöffnet und weitere 6-7 Knospen noch geschlossen. Täglich gehe ich hinaus und fotografiere. Es geht einfach nicht anders. Allerdings vergesse ich dabei nicht die anderen wunderbaren Pflanzen, die den Garten sehr schmücken.

Und noch ein Thema ist wichtig: Die Insekten! Ehrlich gesagt: Wir wussten das doch schon länger. Wem ist nicht verborgen geblieben, dass die Windschutzscheibe bei längeren Fahrten kaum beschmutzt war? Wer hat sich nicht gewundert, dass die Äcker im größer wurden, kein Feldrain, keine Windschutzhecke. Die Privatgärten, die immer kleiner werden, oft mit Kies gestaltet, wenig Rückzug und wenig Platz für Blühendes haben. Wir wussten das alles. Da wir aber nur in kleinener Dimensionen denken, unser Wohngebiet, unser Ausflugsziel die Gärten der Freunde, kennen und wahrnehmen, war uns die Auswirkung nicht so deutlich. Es ist immer die Zahl, die etwas verändert. Jetzt heißt es Gegensteuern. Was aber wieder seltsame Entscheidungen mit sich bringt: In Pankow gibt es sehr viele Dach-und Balkonimker mit Bienenvölkern. So viele, dass die Bienen, vor allem die Wildbienen kein Futter mehr finden. Ich frage mich, wem ist denn damit geholfen? Das viel verachtete Mittelmaß würde helfen, da eine gute Balance zu finden. Von seiten der Bezirke wäre es schon mal eine Hilfe, wenn sie anstelle der üblichen Berberitzen und Kirschlorbeersträuchern auch hier und da Schmetterlingflieder oder Bartblume pflanzen würden. Die kommen mit wenig aus, brauchen Sonne, können geschnitten werden und ziehen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge magisch an. Dort finden sie auch Nektar. Offensichtlich aber wird die Anlage von Bepflanzungen und die Pflege aus verschiedenen Kostenstellen finanziert. Anders kann es nicht sein, dass schönste Anlagen in kurzer Zeit vergammeln, vertrocken, verkommen. Das ist wirklich aus mehrerlei Hinsicht ein Ärgernis. Steuergelder werden verschwendet, Pflanzen umgebracht, weil man nicht wässert und die Umwelt hat nichts davon. Wir dürfen uns die verkommenen Beete dann anschauen. Das ist nicht sexy, jedenfalls nicht für mich. Soviel nun zu den ernsten Themen des Stadtlebens. Dazu gibt es eine Fotostrecke aus dem Garten, zur Freude aller, die schauen wollen.

Juni und Juli 2019

In Berlin sind die Tage heiß, oft gewittrig, mit Sturm hat die Stadt auch zu tun. So wie in der vergangenen Woche. Je nach Stadtteil wurden die Gärten mehr oder weniger durchgeschüttelt und gewässert. Einige Anfragen von besorgten Rosenbesitzern erreichten mich, was denn zu tun wäre, um Rosen standfest zu bekommen. Da kann man im Augenblick nicht viel tun, außer an kräftigen Stäben etwas festbinden, mit lockerem Band oder mit grünen Kabelbindern, damit sich das Holz nicht aufscheuert. Alles andere ist dann erst wieder im Frühling dran: Gut zurückschneiden, düngen mit Kompost und mit Rosendünger und bei dieser Hitze auch wässern. Normalerweise haben gut eingewachsene Rosen keine Probleme mit dem Sommer, diese Temperaturen über 30 ° machen ihnen, je nach Standort, doch zu schaffen. Alle drei-vier Tage ordentlich wässern, unten in den Wurzelbereich, die Blätter sollten abends nicht nass werden. Denn dieses Wetter begünstigt das Wachstum von allen Pilzkrankheiten, Mehltau, Wollläuse und so weiter.

Doch vorerst freuen wir uns an den Rosen: Mein Garten ist bisher von schrecklichen Unwettern verschont geblieben, mit dem Sturm und dem nachfolgenden kräfigen Regen kamen meine Rosen gut zurecht. Ich kann nur hoffen, dass es so bleibt.

Die Rosentochter Bobbie James, im vergangenen Herbst unter eine für sie aufgestellte Pergola umgezogen, wächst wunderbar, blüht und hat das obere Ende ihrer Rankhilfe schon erreicht. Die Bienen besuchen die kleinblütigen Dolden in hellen Scharen, so wie einst im alten Garten ihre Mutter von Bienen überrannt wurde. Nicht lange wird es dauern und ich kann wieder meinen Kaffee in der Nähe der blühenden Rose trinken, eingehüllt von Duft und dem Summen der Bienen und Hummeln. Da die Bobbie eine Rambler Rose ist, also nur einmal blüht, habe ich ihr an die Vorderseite des Rankgitters eine englische öfterblühende, gelbe Rose gesellt. „Graham Thomas“ wurde vielfach als robuste, wüchsige und gut blühende Rose ausgezeichnet. Im Herbst als kleines wurzelnacktes Rosenkind gepflanzt, ist sie schon gut gewachsen und blüht bereits seit einigen Tagen. Sie wird nur ca. 1,80 m groß werden, der weißen Schwester keine Konkurrenz machen.

Es wäre ungerecht nur die Bobbie loben zu wollen. Die ebenfalls im Herbst in das Staudenbeet umgepflanzte Rose „Juanita“, hat sich sehr ins Zeug gelegt, zeigt ihre kleinen, offenen rosa Blüten, die ebenfalls von Bienen sehr geliebt werden.

Die Westerland-Rose macht zuverlässig Freude, alle drei Exemplare blühen um die Wette, eine englische Rose mit Namen Murillo, zeigt schöne Blüten in dunklem Pink mit hellen Streifen, wie in einem Aquarell. Daneben wächst Schneewittchen, nach schattigen Jahren im alten Garten und immer nur sparsamer Blüte, lebt sie hier an ihrem Sonnenplatz und in Gesellschaft der Westerland und Murillo auf, zu ihren Füßen wächst Careopteris, die Bartblume, die ihrerseits ab August die Bienen mit vielen, herrlich blauen Blüten lockt. Einige der Rosen im neuen Garten haben keinen Namen, sind aber ebenso prächtig. So üppt eine kräftig rote und eine edle cremfarbene Rose im Kräuterbeet am überdachten Sitzplatz, zur Freude aller, die dort Platz nehmen. Im vorderen Staudenbeet wachsen nicht nur zwei Westerland Rosen, sondern auch zwei besonders schöne, rosa Rosen, die leider auch namenlos, aber trotzdem sehr von uns geliebt werden.

Pflegearbeiten an den Iris: Sind die Iris abgeblüht, müssen die Blütenstängel unten an der Basis abgedreht oder wenn das nicht geht, abgeschnitten werden. Im August können dann die evtl. zu dichten, verwachsenen Horste aufgenommen, geteilt und neu aufgesetzt werden. Das erhöht die Blühfreudigkeit. Freunde freuen sich vielleicht über einige schöne, gesunde Iris Exemplare.

Leider sind die Schädlinge auch durch das Wetter begünstigt. Die Blattläuse werden allmählich von den fleißig arbeitenden Marienkäfer dezimiert, Wollläuse bekämpfe ich derzeit mit handelsüblichem Mittel, da Hausmittel überhaupt nicht geholfen haben. Eine Hortensie ist so stark befallen, dass ich Sorge habe, sie durchzubringen. Die anderen weniger, aber auch da werde ich vorsorglich spritzen. Sie liegen mir sehr am Herzen, sind allesamt aus dem alten Garten mit mir umgezogen. Alle Hortensien bekamen eine ordentliche Stärkung mit Beinwell-Jauche, das wird ihnen helfen, Kraft gegen die Schädlinge zu entwickeln. Brennnessel-Jauche ist auch schon angesetzt, die bekommen dann die Pfingstrosen, damit sie kräftig durch den Sommer kommen. Die Blüte war leider sehr kurz, fiel in eine kräftige Hitzewelle, die Blüten rauchten förmlich in wenigen Tagen ab. Trotzdem war der Anblick herrlich und der Duft auch.

April und Mai 2019

Diese beiden Monate werde ich zusammen legen. Die Zeit wird knapp, die Gartenkurse brauchen auch ihren Raum. Und im Mai geht es dann nach Heilbronn auf die Buga.

Das herrliche Wetter der letzten Tage erfreut das Gärtnerherz! Allerdings nicht ohne an die Kehrseite der Medaille zu denken: Die frühe Trockenheit. So ist man aufgefordert zu wässern, zumindest jenen Pflanzen zu helfen, die von Hause aus viel Wasser brauchen: Hortensien, Phlox oder auch neu eingepflanzte oder geteilte Stauden. Wer den Rasen gedüngt hat, kam nicht umhin das Grün kräftig zu wässern. Das Warten auf Regen blieb ohne Erfolg.

Im April, bis zum Ende kann man auch noch Lilien pflanzen. Diese herrlichen Zwiebelblüher ergänzen den Garten in wunderbarer, edler Form.

Pflanzt man Lilien ist folgendes zu beachten:  Das Pflanzloch soll mindestens 3 mal so tief sein, wie die Lilienzwiebel an Höhe aufweist. Ist eine Zwiebel 7 cm groß ( hoch), muss sie mindestens 21cm in den Boden. Auch unter der Zwiebel sollte der Boden gut gelockert und mit Kompost verbessert werden. Dann breitet man die Zwiebelwurzeln aus, drückt sie etwas an, wässert etwas und füllt das Pflanzloch mit Erde auf. Danach wird durchdringend gewässert. Die Erde muss gut angedrückt werden, damit sich keine Hohlräume bilden.

Steinmehl und Hornmehl unter die Erde gemischt, hilft der Lilie beim Start.

Stauden lassen sich jetzt gut verpflanzen und auch teilen. Nur wie oben schon genannt: Nicht das Wässern vergessen, das ist bei diesen Temperaturen unbedingt nötig.

Hortensien und Rosen haben Dünger bekommen, der oberflächlich eingearbeitet und gut eingewassert wird.

Auch die Iris-Pflanzen haben etwas vom Zeppelinschen Spezialdünger bekommen, damit sie gesund und blühfreudig bleiben. Die ersten Sibirca-Iris setzen jetzt, am 20. April, schon Blüten an, werden sich in den nächsten Tagen öffnen. Das ist etwas früher als im vergangenen Jahr.  Insgesamt sehen sie prächtig aus, der letztjährige warme, trockene Sommer hat sie sehr gekräftigt.  So ist das, den Sommer 2017 mit den vielen Regengüssen haben die Hortensien genossen, nun waren die Iris und alle Sonnenanbeter dran. Man darf gespannt sein, was dieser Sommer noch bringt.

März 2019

Nun hält den Gärtner nichts mehr.  Auch nicht die Bedenken, dass der Winter noch einmal zurückkehren könnte. Die Abdeckungen sind abgeräumt, bleiben griffbereit in der Nähe. Aber nun wird abgeschnitten, was vom vergangenen Jahr noch übrig ist, abgeräumt, gezupft, schön gemacht. Schaut man über die Beete, erkennt das Auge die Austriebe der Pfingstrosen, zart schieben sich die fedrigen Anfänge des tränenden Herzens, die ersten Quirle des Gelbfelberich, um nur einige zu nennen, aus der Erde. Noch sind sie klein und kaum sichtbar. Äußerste Vorsicht ist geboten, wenn man ins Beet geht, um die Gräser und die Stängel des Sedum abzuschneiden. Bei dieser Arbeit hilft das Kniebänkchen. Einige Zentimeter über der Erde kniet man, nur die beiden schmalen Bügel hinterlassen Abdrücke, mehr passiert nicht.

Jetzt ist es auch Zeit, den Kompost zu sieben und auf die Beete auszubringen. Vorsichtig mit der Harke oder dem Laubrechen (schmale Form) verteilen,  die Pflanzen haben damit einen guten Start.  Wer Sträucher im Garten hat, kann einenTeil des Kompostes ungesiebt unter den Gehölzen verteilen, auch sie gedeihen gut mit dieser Düngung. Ist der Kompost verteilt, kann ein neuer Haufen angesetzt werden.

Liegen die beiden Abteilungen nebeneinander muss man sich überhaupt keine Gedanken machen, die Würmer und anderen Kompostarbeiter wandern von ganz allein dahin, wo es gutes Futter gibt. (Ausführlich habe ich das Anlegen eines Kompostes in meinem Buch: Hauptstadtgarten erklärt ).

 

Februar 2019 

Die Sonne kommt doch ab und zu heraus, dann fühlt es sich ein ganz klein wenig an, als wäre schon Frühling. Der langgeprüfte Gärtnerverstand sagt, nur jetzt nicht nervös werden, noch kann bittere Kälte kommen. Nicht an den Winterschutz gehen. Abwarten, der Februar und auch der März können uns noch starke Fröste bringen. So wie im vergangenen Jahr der Spätwinter Anfang März mit -15 Grad . Der andere Teil des Gärtnerherzes kommt nicht aus dem Gartentor ohne einen kleinen Umweg dorthin zu machen, wo die Schneeglöckchen zu erwarten sind. Und ja, sie sind schon da. Noch sind nicht alle offen, aber einige zeigen bereits die kleinen, weißen Glöckchen. Auch die Christrosen sind hart im Nehmen: ist es sehr frostig, liegen sie am Boden und ich denke, niemals stehen sie wieder auf. ((Wer hier fleißig mitliest, erinnert sich sicher an meine sehr schmerzhaften Verluste von Christrosen im letzten Jahr) Doch sie erheben sich immer wieder. Denn im Gegensatz zum vergangenen Jahr hatten sie genug Zeit sich einzugewöhnen und Wurzeln zu schlagen. Ebenso die kleine Zaubernuss, die wir im Frühling gepflanzt haben: Auch  sie hat ihre kleinen, gelben Blütenfähnchen gesetzt und ich freue mich jedes Mal darüber, wenn ich zum Kompost, zum Auto oder zur Mülltonne gehe.  Die Zaubernuss gehört zu den schönsten Winterblühern, das hatte ich schon im Januar geschrieben.

Eine weitere große Freude kam per Post: Die neuen Kataloge sind gekommen: Lilien, Iris und Stauden aller Art lachen aus Hochglanzprospekten und heizen die ganz und gar übertriebene Unruhe an. Nun, man kann ja schon mal aussuchen, was man in den nächsten Tagen bestellen wird. Ab März wird dann ausgliefert. Das ist nicht mehr so lange hin. Wer sich mit Lilien beschäftigen will, dem sei die Firma Albrecht Hoch in Berlin Zehlendorf ans Herz gelegt. Was sie dort an besonders schönen Zwiebeln und Raritäten bekommen, ist schon einzigartig. Stöbern Sie und finden Sie schöne Ideen.  http://www.albrechthoch.de

Solange es noch kühl ist, sollten Sie ab und zu einen Apfel auf den Rasen werfen. Es kann ruhig einer sein, der vielleicht schon eine faule Stelle hat, die Amseln stört es nicht. Sie picken ihn restlos aus. Auch bei Frost, wie ich beobachten konnte. Der Apfel liefert ihnen die notwendige Flüssigkeit. Die anderen Singvögel bekommen ihre Futtermischung und holen diese eifrig von zwei Futterstellen. Zwei deswegen, weil wir eine sehr hübsche Nachbarskatze haben, die sich darunter oder in der Nähe auf die Lauer legt. Teilen kann sie sich noch nicht. Also haben die Gefiederten immer irgendwo Ruhe.

 

 

Januar 2019 

Noch ist es nicht sehr kalt, ab und zu gab es in den letzten Tagen ein paar Minusgrade, aber die vorhergesagte, harte Kälte, ist zum Glück noch nicht da. So können sich alle Gartenmenschen, die Winterblüher, wie zum Beispiel den Winterjasmin (jasminum nudiflorum) im Garten beheimaten, freuen. Er blüht schon wunderbar, streut, wie jedes Jahr, gelbe Blüten über den Zaun. Der Strauch ist mit jedem Gartenboden zufrieden, benötigt eine kleine Hilfe, damit der über den Zaun klettern kann, oder eine Stütze, hat er die Hilfe nicht, wächst er eher bogig-breit. Winterjasmin gehört zu den drei klassischen Winterblühern: Duft-Schneeball, (Viburnum bodnantense ‚Dawn‘) und Zaubernuss, (Hamamelis intermedia, ‚Feuerzauber‘ oder ‚Primavera‘ oder Hamamelis mollis), die chinesische Zaubernuss. Die Zaubernuss blüht im Januar oder auch später, das hängt von  Sorte und den Temperaturen ab. Die kleinen gelben, gelb-orange, oder roten Blüten vertragen bis zu -5 °. Ist es kälter rollen sie ihren Fähnchen wieder ein, um erneut heraus zu kommen, sobald die Temperaturen etwas gestiegen sind. Das schaffen sie bis zu fünf Mal. Der Strauch ist langsam wachsend, eher sparrig ausladend, sollte nicht, oder nur sehr wenig geschnitten werden. Zusammen mit Gräsern und Frühlingsblühern ergibt sich eine schöne Gruppe.  Der Duft-Schneeball blüht meist ab Ende Februar, gelegentlich auch schon im Januar. Diese zarten, intensiv nach Vanille duftenden Blüten sollte man sich an den Hauseingang oder die Terrasse pflanzen. Man sollte die Möglichkeit haben ab und zu die Nase in diese zartrosa Blüten zu stecken. Am schönsten präsentieren sich die Blüten vor einem dunkleren Hintergrund, zum Beispiel einer Eibe.

Winter- Jasmin

 

 

Dezember 2018

Ein unglaubliches Gartenjahr geht zu Ende. So viel Sonne, so viel Trockenheit , so viele warme Abende hatten wir lange nicht mehr. Was die Trockenheit angeht, ist der Osten der Republik besonders betroffen. Das ist in den Zeitungen und Medien immer wieder lesen. Im Garten kann man durchaus einige Maßnahmen treffen, um  für eventuelle neue Hitzejahre besser gewappnet zu sein.

Der Berliner Boden ist sehr sandig. Wer kompostiert, den Boden verbessert, hilft ihm nachhaltig, die natürliche Feuchtigkeit zu halten,  das heißt Regen oder Gießwasser ist länger wirksam. Ein gesunder, humoser  Boden speichert Wasser und Nährstoffe besser.  Das Thema Kompost wird hier und auch auf meiner Facebook Gartenseite  ingridsgartenhaus, immer wieder auftauchen, weil es, vor allem hier in Berlin und Brandenburg, von elementarer Bedeutung ist.

Eine weitere, einfache Maßnahme ist:  Pflanzen nach ihren Standortwünschen auszusuchen und zu gruppieren. Hortensien, zum Beispiel, die im Halbschatten dicht an dicht wachsen, kommen viel besser über Hitzeperioden weg. Müssen sie in voller Sonne leben, sind sie trotz häufigen Gießens durch die direkte Sonneneinstrahlung gestresst.

An heißen Kanten entlang der Zufahrten oder an Terrassenrändern lohnt es sich Sedum, Walzenwolfsmilch, Blauschwingel, Wollziest oder andere hitzetolerante Pflanzen anzusiedeln. Ab und zu eine Kanne Wasser genügt, sie kommen durch die heißen Tage und blühen trotzdem schön. Das entspannt, wenn man nicht überall im Garten ständig wässern muss.

Gehölzstreifen mögen einen gemulchten Boden. Dazu verwendet man Rasenschnitt (dünn ausstreuen, damit sich keine undurchlässige Schicht bildet) oder streut guten Rindenmulch aus. Wichtig ist dabei, dass man zuvor die Gehölze  düngt, denn Rindenmulch hält zwar die Feuchtigkeit zurück, aber verdaut und verbraucht auch Nährstoffe, die dann den Pflanzen fehlen. Mulch hat auch noch den Vorteil, dass das Unkraut oder Wildkraut stark unterdrückt wird. Bitte beim Einkauf nicht sparen, in den super-billigen Tüten finden Sie oft Pressspanreste. Das ist nicht sinnvoll im Garten, oft ist dieser Holzmulch auch noch leicht giftig. Rindenmulch sollte wirklich aus Baumrinden bestehen. Rhododendren, Lavendelheide, Azaleen und Hortensien mögen den Mulch sehr, weil er auch leicht sauer ist, zusätzlich die empfindlichen und nah an der Oberfläche wachsenden Wurzeln vor Kälte und Wind schützt.

Rasen sollte man im heißen Sommer wenig schneiden, möglichst immer mindesten 4 cm Grashalme stehen lassen. So brennt der Rasen nicht aus. Wässern Sie am frühen Abend, so, dass das Wasser noch abtrocknen kann, denn zuviel Feuchtigkeit könnte den Mehltau- Befall von Rosen oder Phlox begünstigen. Die Stärkung des Rasens mit Dünger im zeitigen Frühjahr und im September hilft auch, das Grün frisch und kräftig zu halten.

Der Dezember ist neben dem „Studium“ der Stauden- und Rosenkataloge besonders für die Planungen des nächsten Jahres geeignet. Vielleicht möchten Sie einige neue Rosen in der Nähe des Sitzplatzes pflanzen, oder schon immer ein Herbstbeet anlegen. Jetzt ist Zeit all die schönen, neuen Kataloge zu studieren, von Rosenspalieren und blauen Bändern im Staudenbeet zu träumen. Hier noch ein Lesetipp für den fortgeschrittenen Gärtner und die, die es noch werden wollen: Gärtner-Latein, von den Geheimnissen der Pflanzennamen. von Richard Bird, übersetzte Ausgabe 2015 erschienen bei DVA. 

In diesem Sinne frohe Frohe Weihnachten!

 

 

 

 

 

 

 

November 2018

Der Sommer verlängert sich in einen sanften, schönen Herbst hinein, so wie wir ihn selten hatten. Einzig der Wassermangel trübt die Freude etwas. Der Gartenmensch hat immer noch Zeit, seine Lieblinge für den Winter zu rüsten. Die Rosen werden angehäufelt, ich nutze eine Mischung aus gehäckseltem Laub und Erde, das schützt die Pflanze vor dem Austrocknen. Der fehlende Regen ist überhaupt das viel größere Problem: Nicht der Frost macht den empfindlichen Pflanzen zu schaffen, sondern die Trockenheit. In Berlin und Brandenburg haben wir im Winter oft nur noch 30-40 % Luftfeuchtigkeit. Oft sogar weniger. Diese trockene Kälte erträgt der Mensch ganz gut, aber die Pflanzen haben ein Problem. Meinen Rosmarin und auch die etwas freier stehenden Hortensien hülle ich deshalb mit einem Flies ein, die Füße der Pflanzen werden mit gehäckseltem Laub abgedeckt. Das Laub kann man auch ungehäckselt verwenden, etwas Erde darauf legen, sonst fliegt das Laub im Garten umher, das hilft nicht.

In den vergangenen Tagen habe ich einige Lieblinge umziehen lassen. Die Ramblerrose „Bobbie James“ hat im Laufe des Spätsommers eine Pergola bekommen, dorthin ist sie nun umgezogen. Das war ein hartes Stück Arbeit die erst zweijährige Rose auszugraben, sie hatte ein kräftiges Geflecht an Wurzeln gebildet, die habe ich vorsichtig ausgegraben, dann etwas eingekürzt und am neuen Standort eingepflanzt. Der Boden wurde mit Lehm und Kompost verbessert, gedüngt wird erst im Frühling.

Lilien, die mitten in den Herbstastern standen, habe ich ebenfalls ausgegraben und zu der Lilien -Gruppe neben den Iris in die volle Sonne gepflanzt. Die Zwiebeln steckten ziemlich tief, auch da war Vorsicht geboten. Ich hoffe, sie mögen den neuen Standort.

Phlox, der irgendwo zwischen Hosta und Frauenmantel steckte, zog ebenfalls in die Nähe der Phloxgruppe um. Im vergangenen, heißen Sommer zeigte sich, dass die Flammenblumen, wie man Phlox auch nennt, etwas zu warm standen, sie brauchten enorm viel Wasser. Da musste ich Abhilfe schaffen. Das ehemalige kleine Rosengestell wurde versetzt und nun wohnt dort die Rose „Juanita,“ vor der Phloxgruppe, wird ca. 140-150cm hoch, hat wunderbare, kleine offenschalige Blüten und passt mit ihrem Rosa gut zu den Pastelltönen des Phlox.  Eine neu angeschaffte Säuleneibe, knapp 100 cm hoch, wird helfen, damit sich dieser Platz nicht so aufwärmt. Die Eibe wächst langsam und schmal, strukturiert das Beet auch im Winter, was sehr schön aussieht.

Ebenfalls umgezogen ist die Hortensie „Annabell“, die zu nahe an den Thuja stand, mehr in den Vordergrund des Beetes durfte. Somit führt ein schmaler Arbeitsweg auf der fast gesamten Länge des Grundstücks entlang, das ist sehr praktisch um die Hecken zu schneiden und von hinten an das Beet zu gelangen, zu wässern, zu pflegen, was gerade ansteht. Auf den Weg wird überzähliger Rasenabschnitt gestreut, das unterdrückt das Unkraut, schützt den Boden und düngt auch noch. Besuchskinder lieben diesen Weg hinter den Beeten, sie sind für die Erwachsenen eine Weile unsichtbar. 

Bei dieser anhaltenden regenlosen Zeit ist es wichtig den Kompost zu wässern. Das fördert die Rotte und hilft den Millionen von Mitarbeitern, die dort tätig sind: Von Bakterien bis zu den Nashornkäfern, alle brauchen Feuchtigkeit.

Die Stauden, die sich hinlegen oder hässlich aussehen, werden abgeschnitten, die Stängel auf den Kompost gebracht. Ist das alles getan, kann der Kompost in die Ruhe gehen.

Die Gräser sehen noch so schön aus, ich binde sie etwas zusammen und lasse sie noch stehen. Diese warmen, goldenen  und roten Farben passen so gut zum Herbstlaub des Kirschbaums oder des roten Perückstrauches, das ist ein herrliches Leuchten im Novembergarten wie selten.

Oktober 2018

Bei facebook gibt es eine Gartenseite mit noch mehr Gartenthemen von mir: https://www.facebook.com/ingridsgartenhaus

Er zeigt sich golden, das muss man sofort fürs Gärtnern ausnutzen. Es wird abgeschnitten, es wird umgepflanzt, üppige Staudengruppen werden verkleinert, Unkraut entfernt und Zwiebeln gesteckt. Jetzt ist auch Zeit die letzen Brühen oder Jauchen anzusetzen: Brennnesseln und Beinwell eignen sich besonders gut, auch weil es schnell geht. Wie schon beschrieben: Die Blätter auf 5-10 cm klein schneiden, in einen Eimer füllen, Wasser dazu und in die Sonne stellen. Immer wieder umrühren und Steinmehl einstreuen, insgesamt eine Hand voll, damit der Geruch nicht stört.  Nach 2-3 Tagen, je nach Sonneneinstrahlung beginnt die Brühe zu schäumen ,nach 4-5 Tagen sollte sie fertig sein. Dann 1:10 verdünnen und ausbringen. Pfingstrosen, Hosta, Hortensien, außer Iris eigentlich alle Stauden, freuen sich ebenso wie Obstbäume und Beerensträucher über die Düngergabe.  Die Stängelreste, die sich nicht auflösen, werden auf den Kompost geworfen.

Fertige Jauche wird verdünnt

Stichwort Kompost: Alles, was jetzt abgeschnitten wird, mit Ausnahme von Nußbaum- und Weinlaub kommt auf den Kompost. Da es immer noch nicht viel regnet, bitte ab und zu das Ganze feucht machen, die Würmer freuen sich. 

Jetzt ist auch die beste Zeit Rosen und Gehölze zu pflanzen, falls man eine Lücke schließen oder einen neuen Liebling in den Garten holen möchte. Wer noch gute Zwiebeln bekommt, sollte zugreifen. Die Zwiebeln sollten trocken und fest sein, dann kann man auf eine schöne Blüte hoffen. Wer den Rasen noch nicht gedüngt hat, noch geht es, aber es ist höchste Zeit, die Nachttemperaturen gehen doch schon empfindlich zurück. Trotz des endlosen, sehr warmen Sommers blühen immer noch viele Stauden, was mich überrascht und von Herzen freut. 

 

 

September 2018

Der Staudenmarkt im Botanischen Garten in Berlin Dahlem ist vorbei. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen wechselte manche Staude ihren Besitzer.  Werkzeuge wurden ausprobiert, neue Kartoffelsorten bestaunt und viel gefachsimpelt.

Neue Stauden, die man dort gekauft hat, haben inzwischen im Garten einen Platz gefunden. Die Herausforderung war, das ging sicher vielen Gartenmenschen so, trotz der anhaltenden Wärme den Neulingen beim Anwachsen zu helfen. Da wurde regelmäßiges Gießen zur Notwendigkeit.

Was ist im September zu tun: Der Sommer geht ja in die Verlängerung, das verführt dazu, die Herbstarbeiten hinauszuschieben. Man geht von Beet zu Beet, schneidet das Verblühte ab und sieht schon, dass hier und da sich noch einmal Knospen bilden. Das ist wunderbar und lässt auf eine Nachblüte im späteren Herbst hoffen. Phlox, Wasserdost und Rudbeckien gehen jetzt in die Ruhezeit, werden bodennah abgeschnitten. Das gibt den Nachbarn etwas mehr Raum und Luft.

Mehrfach habe ich aufmerksam gemacht, dass man immer wieder die Erde lockern sollte, denn das viele Gießen verdichtet den Boden. Ist der Boden locker, dann verdunstet die Feuchtigkeit nicht so schnell.

Herbstastern öffnen ihre kleinen blauen Blüten, die hohen Sorten müssen angestäbt werden, wenn es nicht schon längst geschehen ist. Die Blütenstände der Hortensien lasse ich persönlich bis zum Frühjahr an den Büschen, zum einen schützen sie ein wenig vor Frost, zum anderen sieht man im Frühjahr viel deutlicher den neuen Austrieb und schneidet nicht aus Versehen zu tief ab, bliebe dann ohne Blüte. 

Im Kräuterbeet sollte der Schnittlauch langsam geernet werden. Schnittlauch lässt sich gewaschen und getrocknet wunderbar portionsweise einfrieren. Beim späteren Verwenden schneide ich den fast noch gefrorenen Schnittlauch sofort, das geht am besten. So habe ich bis weit in den Winter hinein Vorrat aus dem Garten. Pfefferminze hängt zum Trocknen, wird dann zerkrümelt und in Schraubgläser gefüllt. ich stanze kleine Löcher in die Deckel, sonst riecht die Minze bald muffig.

Wichtig sind nun auch die Planungen für das kommende Jahr. Darauf gehe ich später noch einmal ein, wenn die heißen Tage endgültig vorbei sind.

Bis dahin viel Freude am Draußen-Sein und am Blühen.

 

 

 

August 2018

Der Buchszünsler ist wieder einmal Thema.  Seit  Tagen fliegt er aus, um sich zu vermehren. Im eigenen Garten schwärmten diese Falter in solch großer Zahl, dass ich mehrere  Pheromon -Fallen in der Nähe der Buchse aufgehängt habe. In diesen Fallen befindet sich ein Sexual-Lockstoff, der die Männchen in die Falle lockt, die Weibchen sollen unbegattet bleiben, keine Eier ablegen. Sicherlich werden es einige geschafft haben, bis die Fallen installiert waren. In ca. zwei Wochen werden die Raupen schlüpfen,  dann wird gespritzt. Die Spritzmittel wirken nur gegen Raupen, man kann nicht vorsorglich sprühen. Die Mittel soll man nach sechs Anwendungen ändern, der Zünsler wird sonst resistent. Die Falter sehen hübsch aus, aber zu Hunderten möchte ich sie nicht im Garten haben. Jeden Tag gehen ca. 30-40 Tiere in die Fallen, vier Fallen hängen, also eine ganze Menge Schädlinge, die dort sterben. Der Falter schwärmt erst nach Einbruch der Dämmerung aus, fliegt bis in die tiefe Nacht.  Der Zünsler ist etwas kleiner als ein Kohlweißling, ist durch seinen dunklen Rand gut zu erkennen. Und zu meiner Beruhigung sind bisher keine anderen Falter in die Falle gegangen.

 

Nun zu erfreulicheren Dingen: Jetzt wird der Gartenmensch oft mit der Schere in den Garten gehen. Immer ist etwas Verblühtes, Abgeknicktes oder Wucherndes zu entfernen. Schneidet man von der Sonnenbraut oder Rudbeckia die verwelkten Blütenköpfe regelmäßig ab, fördert das die Neubildung von Knospen.  Tränendes Herz, die meisten Pfingstrosen und auch die Dreimasterblume,  abgeblühter Zierlauch, das alles wird gekürzt.

Häufiges Wässern hat zur Folge, dass die Mineralien aus dem Boden ausgewaschen werden, vor allem in Gärten mit  Sandböden. Brandenburg und Berlin sind damit ja reichlich gesegnet. Zur Erinnerung : Ein paar Hände voll Steinmehl und Hornmehl ausstreuen und ein wenig einarbeiten, das tut den Pflanzen gut; wer es ganz gut machen möchte, verstreut auch ein wenig Bentonit oder anderen Sandbodenverbesserer.

Und: Auch Thujahecken und Eiben brauchen in dieser langen Trockenperiode Wasser. Einmal in der Woche eine halbe Stunde den Schlauch unter die Immergrünen legen und dann: Wasser marsch.  Immer nach dem Prinzip, was im Garten wächst wird geliebt und betreut.

Rasen mähen hat jetzt  Pause. Wer mäht, sollte die Schnitthöhe ziemlich hoch einstellen, damit der Rasen sich selbst beschatten kann, nicht ausbrennt. Je länger er wachsen darf, desto besser kommt er durch die Hitze.  Im September dann ist die letzte Rasendüngung für diese Jahr fällig.

Aber bis dahin strahlt uns noch der Sommer. Es blüht und üppt in Form und Farben.  Wie im Süden kann man seinen Garten bis tief in die Nacht genießen. Der Phlox duftet, sogar die Rudbeckien verströmen einen feinen, angenehmen Duft, er weht bis an die Terrasse.

Zum Einstimmen kann man schon mal in die Zwiebel-Kataloge schauen und für das Frühjahr vorplanen. Hier einer der wirklich guten Lieferanten in Berlin, der auch bundesweit verschickt. https://www.albrechthoch-shop.de/

 

Juli 2018

Hosta „Sum and Substance“

Nun sind wir schon im Juli angekommen. Immer noch hält die nahezu regenlose Schönwetterperiode an, es soll zumindest bis in die erste Juliwoche hinein so bleiben. Das stellt die Gartenmenschen vor große Herausforderung, zumal die Schulferien vor der Tür stehen. Enweder man findet einen freundlichen Nachbarn der neben seinem eigenen  Garten auch noch den Garten der Urlauber betreut.  Allen anderen bleibt die Installation einer Beregnungsanlage. Wer das allerdings noch nicht geschafft hat, vor den Ferien ist sicher nichts mehr zu machen. Je nach Grundstücksgröße, Aufwand und System dauert so eine Planung und Insatallation doch einige  Wochen.

Was kann man tun? Gehölze, Sträucher, Beerenobst und Baumscheiben mit gutem Rindenmulch abdecken. Vor- und auch nachher gut wässern, dann bleibt die Feuchtigkeit schon mal eine geraume Zeit im Boden. Staudenbeete evtl. leicht mit Grasabschnitt mulchen, aber wirklich nur dünn, damit die Sonne die Gräser dörren kann, liegt der Rasenabschnitt zu dick, dann verhindert er das Eindringen von Regen ( wenn er dann mal kommt) und wirkt dann genau falsch. Ist das Grundstück sehr sonnig, dann hilft nur eines: Jemand finden, der enweder den Wasserhahn aufdreht und ggf. die Sprenger umstellt, oder man überlässt sich den Garten selbst in der Hoffnung, dass die Stauden doch überstehen oder es endlich regnet. Man kann davon ausgehen, dass die Pflanzen ziemlich robust sind. Leiden wird die Blüte und die Schönheit der Stauden und Pflanzen. Unter Umständen kann man nach der Rückkehr schon einen Schrecken bekommen. Aber wer weiß, vielleicht ist die Schönwetter -Zeit bald vorbei und niemand muss sich  mehr Sorgen um das Wasser machen, eher um Nacktschnecken.

Kleine Hacke, große Wirkung

Aber soweit sind wir noch nicht. Gießt man viel, muss man Nährstoffe zuführen. Das habe ich im Juni schon geschrieben. Wichtig ist auch, die Erde immer wieder man zu lockern, zu hacken. Fährt man mit der Hacke durch den Boden, zerstört man die Fließkanäle des Wassers, über die das wertvolle Gießwasser auch wieder verdunstet. Das verhindert man durch leichtes Lockern. Hilfreich im dicht bepflanzten Staudenbeet sind kleine Hacken. Entweder ein schmales Blatt, oder ein Doppelblatt mit Zinken und Herzblatt. So kommt man auch zwischen die Pflanzen und kann ein wenig hilfreich sein. Natürlich muss man aufpassen: Schnell ist beim Umdrehen oder Bücken eine schöne Knospe abgebrochen, oder man hackt aus Versehen einen Teil der Staude aus. Trotzdem, wer sich die Arbeit macht ( kann ja jeden Tag ein Stückchen sein), der kann sehen, dass die Pflanze das Gießwasser effizienter nutzen kann. Es geht ihr besser.

Überhaupt: Man muss gut hinsehen. Liegen die Blätter der Hosta zum Beispiel, auf dem Boden, dann haben sie zu wenig Wasser. Da hilft dann auch kein Sprenger, sondern Spritzen und Brausen mit weichem Strahl, noch besser verlängert mit einem Gießstab, die das köstliche Nass dann direkt in den Wurzelbereich lenken. Ein Gießstab verhindert unnötige Schritte im dicht bepflanzten Beet und auch das Überbrausen der Blätter, was auch nicht für alle Pflanzen gut ist. Vor allem nicht, wenn Sie mit Brunnenwasser gießen, was viel günstiger ist, aber den Nachteil hat, dass das eisenhaltige Wasser auf manchen Pflanzen unschöne Spuren hinterlässt. Alle wolligen, graulaubigen Pflanzen sehen mit den braunen Schlieren nicht so gut aus. Aber auch für die anderen ist es viel effektiver im Wurzelbereich zu wässern. Wasser ist schwer und drückt die Pflanzen oft zu Boden, all das vermeidet man durch liebevolle Handarbeit. Man muss es so sehen: Wer den ganzen, schönen Tag im klimatisierten Büro sitzt, kann es durchaus genießen, nach Hause zu kommen, sich umzuziehen und den Garten zu wässern. Irgendwie wird man selbst auch immer ein wenig nass, sei es dass man einen Sprenger übersehen hat, oder ein Schlauch abplatzt- das ist erfrischend und fröhlich. Die Luft ist dann nicht mehr so heiß, man sieht wie es den lieben Pflanzen geht, sieht wie sie  blühen und wie dankbar sie für das Wasser sind. Das gilt auch für kleine Vogeltränken, die man in jedem Garten aufstellen sollte. Nicht direkt vor das Gebüsch, damit die Katze nicht ungesehen lauern kann. Ein wenig freie Fläche, die sie überwinden muss, dann sind die Vögel schnell weg und kommen wieder, wenn die Luft rein ist. Man glaubt nicht, wer alles zum Trinken kommt: Eichhörnchen, Katzen, Marder, Fuchs und Wespen, von den Nachtschwärmern mal abgesehen. Die Vögel baden auch mit großen Vergnügen, das wir ihnen gerne gönnen.

Seit etwa zweieinhalb Wochen blühen die großen Taglilien. Jeden Morgen gehe ich hinaus und knipse die abgeblühten ab, freue mich an den frisch erblühten. Über meine große Freude, meine Berlin Oxblood „wiedergefunden“ zu haben, berichtete ich schon. Im vergangen Jahr wollte sie wohl noch nicht blühen, sie war zu frisch umgezogen. Jetzt erfreut sie mich umso intensiver. In meiner Sorge, keine rote Taglilie mehr zu haben, bestellte ich eine Neue. Auch diese blüht, hat vor zwei Tagen erst begonnen, ungefähr gleichzeitig wie die sogenannte „Bahnwärter-Taglilie“. Diese Gelbrote Taglilie, auch Braunrote Taglilie oder Bahnwärter-Taglilie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Taglilien. Weitverbreitet und in vielen Gärten der Umgebung zu finden,  stammt sie doch ursprünglich aus Ostasien und ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt. Das ändert nichts an ihrer Beliebtheit. Die Blüte ist eher einfach und mittelgroß, aber ihre Wüchsigkeit und ihre Pflanzenhöhe beeindruckt vor allem in der Gruppe. Taglilien sind ein so umfangreiches Thema, verschiedene Staudengärtnereien wie die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin und die Staudengärtnerei Gaißmayer führen ein excellentes Sortiment. Sie machen sich die Mühe aus den vielen Neuzüchtungen die für unser Klima passenden Pflanzen auszusuchen, weiter zu züchten und anzubieten. Es lohnt sich in den Staudenkatalogen zu schmöckern.  Mein Neuzugang, wie ich auch schon erwähnte, ist die Hemerocallis „Frans Hals“ Eine so fröhliche, zweifarbige Blüte, die im Pflanzjahr schon mehr als 5 Blüten hervorgebracht hat. Zusammen mit meinen anderen Taglilien-Freunden beleben und schmücken sie gerade den Sommergarten, immer mit genügend Wasser versorgt.

Juni 2018

In Berlin und Umgebung meint es die Sonne sehr gut mit uns. Für die Pflanzen im Garten ist die anhaltende Trockenheit aber ein Stressfaktor. Regelmäßiges Gießen ist unerläßlich, wenn man seine Lieblinge behalten möchte. Hortensien brauchen zusätzliche Wassergaben in den Wurzelbereich, da reicht ein Sprenger, der vielleicht 15 min. betätigt wird, nicht aus. Zwei Gießkannen Wasser ( 10 l) in den Wurzelbereich schütten, das verhindert Trockenschäden. Rosen sollten morgens gegossen werden, da geht man bei mittelgroßen Strauchrosen ( ca. 1,50 m) von einem täglichen Wasserbedarf von 10 l aus. Befüllt man eine Kanne mit Wasser, dauert das mindestens 2 min, bis sie voll ist, so lange sollte man mit dem weichen Strahl der Handbrause den Wurzelbereich jeder einzelnen Rose wässern. Dabei ist möglichst ein Befeuchten der Blätter zu vermeiden. Morgens trocknen die Blätter allerdings rasch ab, so dass die Gefahr von Mehltau nicht verstärkt wird.  Wer immer mal wieder den Boden um die Pflanzen lockert, sorgt dafür, dass das Wasser besser eindringt und der Boden nicht verdichtet wird. Rosen blühen besser nach, putzt man die verwelkten Blüten immer wieder aus. Das bedeutet etwas Arbeit, aber macht auch große Freude. Man ist ganz nah bei seinen Lieblingen, schnuppert den Duft der Rosen, sieht ob sie mit Läusen zu kämpfen haben, oder ob sie fleißig neue Knospen ansetzen.

Viele Pflanzen haben durch das häufige Wässern einen erhöhten Nährstoffbedarf, weil die Mineralien ausgeschwemmt werden. Da helfen vor allem Jauchen. Wer Platz im Garten hat, sollte eine Ecke für zwei Beinwell-           (Comfrey) Pflanzen und eine Gruppe Brennnesseln reservieren. Hinter dem Kompost oder in einer nicht sichtbaren Gehölzhecke. Brennnesseln wachsen zwar auch draußen, aber es ist bequemer sie im eigenen Garten zu haben, rasch eine Jauche ansetzen zu können.

Wie wird es gemacht? Beinwell-oder Brennnesselblätter ernten, in ca. 15 cm lange Stücke schneiden, einen Eimer zur Hälfte damit bestücken, dann mit Wasser auffüllen. In die pralle Sonne stellen, ab und zu umrühren. Bei diesen Temperaturen dauert es nicht lange und die Brühe schäumt und riecht. Dann streue ich ein paar Hände voll Steinmehl darauf, da bindet den Geruch etwas. Meist ist die Brühe zwei Tage später schon fertig, d. h. sie schäumt nicht mehr.

Jetzt wird sie ca. 1:10 verdünnt und abends in den Wurzelbereich der Pflanzen gegossen. Der Geruch ist bis zum Morgen meist verflogen. Wenn möglich, gießt man kurz vor einem Regenschauer, dann gibt es mit Gerüchen keine Probleme. Es riecht wirklich nur kurzeitig, keine Sorge. Die Wirkung ist immer gut. Die Pflanzen werden kräftiger, die Blätter grüner, das Beste daran ist: Mit Jauche kann man, wie mit Kompost, nichts falsch machen. Diese feinstoffliche Versorgung brauchen einfach alle Pflanzen, wie gesagt, besonders in Perioden großer Hitze und häufigem Wässern.

Die anhaltende Wärme verfrüht die Blühzeit einiger Pflanzen. Dagegen kann man nichts tun, nur sich darüber freuen. So blühen die letzten Pfingstrosen gerade ab, Fackellilien, Dreimasterblume, Staudensonnenblume und Taglilien legen nun los.http://

Mai 2018

Ein kleines technisches Problem hat meinen Monatsbeitrag verzögert. Nun hier ein Überblick, was im Mai wichtig ist. Der Wonnemonat hat es mit Berlin gut gemeint, überwiegend wurden wir mit mit heiteren Tagen verwöhnt. Das ist für die Blüte der Iris genau das Richtige. Sie blühen wunderbar, kein Regen hat sie bisher zerschlagen. Erst, Anfang des Monats leuchteten die blauen Iris Sibirica, dann öffneten sich die Bartiris, die an verzweigten Stielen seit zwei Wochen nacheinander blühen. Jetzt beginnen auch die ersten Steppeniris mit der Blüte. Dieses wunderbare Blütenkonzert und macht große Freude. Wer im Garten oder am Terrassenrand einen warmen, sonnigen Platz mit leichtem Boden zur Verfügung hat, sollte sich für hohe Bartiris entscheiden. Für feuchtere, lichtschattige Plätze eignen sich Iris Sibirica-Hybriden.  Sie zeichnen sich durch besonders schmales, fast grasartiges Laub und kleinere Blüten aus.

Iris sibirica

Meine hohe Bartiris „Mary France“ ist mit mir umgezogen und blüht und duftet herrlich. In Gesellschaft mit Proud Tradition wirken sie unglaublich schön.

Hohe Bartiris Gruppe : Proud Tradition und Mary France

In zwei, drei Wochen sind alle Iris-Sorten abgeblüht, dann sollte man umgehend den Stängel an der Basis abdrehen oder abschneiden. Damit regt man die Blühfähigkeit für das nächste Jahr an. Und zum Notieren fürs nächste Frühjahr: Ende März, Anfang April, es geht auch noch bis Ende, sollte man die Iris düngen. Am besten dafür geeignet sind spezielle Iris Dünger, die von Züchtern wie Gräfin von Zeppelin in Sulzburg ( Baden)  oder in Berlin die Firma Hoch in Zehlendorf anbietet. Diese Dünger enthalten eine Mineralienkomposition, die den Pflanzen besonders gut tut, sie stärkt. Kräftige Pflanzen blühen länger und haben größere Blüten.

 

 

 

 

 

Aus  dem Garten meiner Mutter habe ich vor vielen Jahren eine kleine Iris mitgenommen. Hier am neuen Platz mit viel mehr Sonne blüht nun ‚Kupferhammer‘ überreich, eine Gartennachbarin konnte ich bereits mit überzähligen Pflanzen erfreuen. Diese Iris wurde 1930 von Arends gezüchtet, ist nach wie vor im Handel (Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin) und das zurecht. Eine wüchsige, robuste, mittelgroße  Iris, die viel Freude macht.

Kupferhammer

Iris Kupferhammer Gruppe

Neben den Iris blühen im Garten noch viele andere Lieblinge. Allen voran die verschiedenen Pfingstrosen. Eine Hybride aus einer Paeonia lactiflora und einer unbekannten Strauchpäonien Hybride. Seit 1986 im Handel wurde ihr 2006 die Goldmedaille zuerkannt.  Seit April lebt eine dieser schönen Pflanzen bei mir im Garten. Und zu meiner wirklich großen Überraschung blüht sie schon. Ich vermute, sie macht im kommenden Jahr ihre Pause, weil Pfingstrosen nun mal nicht gerne umziehen. Jetzt aber freue ich mich an bisher drei großen, gelben Blüten, die eine enorme Fernwirkung erzeugen. Ein feiner Duft macht diese Blüte perfekt.

Paeonia Hybride ‚Bartzella‘

Rasberry Sundae

Auch die Bauernpfingstrosen, die vor zwei Jahren umgezogen sind, blühen nun in voller Pracht. Rasberry sundae- Himbeereisbecher, macht, finde ich ihrem Namen alle Ehre. Jeden Morgen gehe ich hinaus und mache neue Fotos, die Faszination ist ungebrochen.

 

Nicht nur diese prächtigen Pflanzen blühen: Auch Diptam, Wiesenraute, Azaleen, die ersten Taglilien (Citrona), Katzenminze, Nachviole, Storchschnabel, Frauenmantel, Akeleien, Duftnelken und tränendes Herz schmücken die Beete. Unbedingt muss hier auch der türkische Mohn gezeigt werden. Nach zwei Jahren Pause zeigt er nun endlich seine herrlichen Blüten. Sein kräftiges Rot streitet ein wenig mit den Blautönen der Iris, aber offensichtlich behagt ihm dieser sehr sonnige Platz, er darf dort bleiben. Als Beruhigung werde ich eine weiße Nachtviole oder zartgrünen Frauenmantel dazwischen pflanzen, dann geht das gut. Auch im übrigen Garten kommt hier und da ein kräftiges Rot zum Vorschein, wie das der roten, sehr alten Strauchrose, die an die Carport-Wand umgezogen ist, dort gut gedeiht und dunkelrot blüht.  Schließlich sollen sich die Pflanzen wohl fühlen sowohl die vorhandenen, wie die dazu gezogenen. Harmonisch soll es sein, nicht gestylt. Oft kommen die besten Ideen durch Zufall in den Garten. 

Türkischer Mohn

 

 

 

 

Wenn ich neben Fotografieren Schreiben noch Zeit erübrigen kann, dann zupfe ich Unkraut, stäbe  Pflanzen an, schneide Verblühtes ab. Gut ist auch, immer wieder mal mit der kleinen Hacke zwischen die Stauden zu gehen, den Boden zu lockern, damit er nicht so rasch austrocknet, bzw. das Gießwasser besser aufnimmt.

Ergänzend zu dieser Website möchte ich meine Gartenseite auf facebook empfehlen. Unter Gartenhaus oder Ingrids Gartenhaus findet man mich.

 

April 2018

Für alle, die nicht auf facebook sind, oder lieber hier lesen, erfahren hier, was im Frühjahr im Garten zu tun ist, was ich im Garten erledige.

Zuerst die schönen Seiten des Frühlings: Endlich sind die Temperaturen gestiegen und ein schöner Regen belebt die Gärten Berlins. Man kann förmlich zusehen, wie die Stauden austreiben, sich kräfig aus der Erde schieben. Jetzt kann man beginnen die kleinen Unkräuter oder Wildkräuter zu entfernen, Hosta, Astern,  Frauenmäntel zeigen ihre Triebspitzen , Auch die Triebe des Zierlauches und der Lilien schieben sich aus der Erde. Trotzdem ist bei dem Betreten des Beetes Vorsicht geboten: Manche Austriebe sind noch klein und unscheinbar, ein falscher Auftritt zerstört zwar nicht die Pflanze, verzögert aber den Austrieb, wer will das schon. In diesen frühen Zeiten lasse ich niemand ins Beet. Ich selbst nutze oft mein Kniebänkchen, weil es 8 cm über der Erde bleibt, also die frischen Triebe schont. Eine sehr praktische Erfindung, die einmal angeschafft, gute Dienste leistet. Auch umgedreht als Sitzbank.

Vor einigen Tagen habe ich ziemlich ängstlich nach den Austrieben der großen Hosta Sum and Substance gesucht. Obwohl ich gefühlt 10 cm tief die Erde untersucht habe, fand ich nichts. Enttäuscht und sorgenvoll ließ ich es sein. Gestern unternahm ich einen zweiten Versuch, nachdem ich auf Fotos vom vorigen Jahr den genauen Standort  lokalisiert hatte. Und ja:  Ich habe die ersten lila-blauen Spitzen fühlen können. Schnell wieder Erde darüber, damit alles so abläuft, wie die Natur es plant. An anderer Stelle fand ich bei genauem Hinsehen dann doch auch die kleinen, spitzen Hütchen von June.

Welche Freude! Meine Sorgen, dass sie den ersten Winter späten, kalten Winter nach dem Umzug nicht überstanden hätten, war weggeblasen.  

Und: Endlich wächst hier in meinem neuen Garten wieder eine kleine Mirabelle. Sie ist fünf Jahre alt, noch sehr zart, entwickelt aber schon erste Blüten. Falls sie Früchte ansetzt, soll man sie entfernen, so der Obstbaumfachmann, damit sie ihre Kraft auf die Wurzelbildung verlegt.  Das leuchtet ein, ich werde mich daran halten. Im Garten ist eben immer wieder Geduld gefragt. Dafür gibt es unerwartet schöne Überraschungen: Mein Hortensien-Sorgenkind, die eichenblättrige, treibt nun auch aus, hat diesen Winter offensichtlich am neuen Standort gut überstanden. Ganz in der Nähe blühen jetzt die sehr putzigen, zweifarbigen Traubenhyazinthen, zusammen mit hellrosa Kollegen. Das regt an, die Sammlung im Frühherbst zu ergänzen. 

Einige Tulpen kommen tatsächlich nicht so zahlreich und so kräftig, wie zu erwarten war. Ich vermute den viel zu feuchten vergangenen Sommer als Täter. Einige, die ganz nah an der gepflasterten Zufahrt sitzen, kommen gut, d.h. dort war es doch noch trockener, das hat wohl geholfen. Einige der Zwiebeln werde ich daraufhin umziehen lassen, damit sie im nächsten Jahr gut blühen.  

Noch einmal etwas zum Thema Zünsler. Jeder, der mit Garten zu hat, kennt den Buchsbaumzünsler. Er beginnt seinen Fraßfeldzug  immer von der Oberfläche der Blätter, geht dann allerdings ziemlich zügig dazu über die Zweige anzufallen, so dass ein Buchsbaum im schlimmsten Fall in kurzer Zeit als Skelett dasteht. Regelmäßige Kontrolle helfen da. Sobald man winzige, weiße Räupchen entdeckt ist es höchste Zeit zu handeln. Mit den unten genannte Mitteln sollte dann der Buchs behandelt werden.
In verschiedenen Fachzeitschriften wird der Algenkalk als wahrscheinlich sehr hilfreich bei der Geneseung der Buchse genannt. Es muss aber das Pulver sein und es muss Kalk aus Meeresalgen sein. Der wird am besten im April über die Gehölze gestäubt. Die sehen dann weiß aus, der Regen wäscht den Kalk ins Innere, wo es offensichtlich den Raupen nicht schmeckt. Das Ausbringen von Algenkalk kann sich etwas schwierig gestalten: Der weiße Staub klebt überall, man muss mit Mundschutz arbeiten, einen windstillen Tag abwarten.
Ich habe mir mit Calypso ( hilft gegen alle saugenden Schädlinge) geholfen. Das Spritzmittel mehrfach mit einer Spritze, die fein verstäubt, gründlich auf die Buchse aufgebracht. Möglichst nicht vor Regen, sondern wenn es ein paar Tage trocken bleibt.
Da die Falter sich an das Gift gewöhnen muss man nach einem halben Jahr wechseln: Triythlon AF von Compo ist auch ein gutes Mittel. Wird auch gesprüht.
Ein gründlicher Schnitt ist im zeitigen Frühjahr wichtig, damit die Pilzerkrankungen ebenfalls in Schach gehalten werden können. ( Der Buchs bekommt eine seltsam orange Färbung auf den Blättern) .Oft treten mehrere Krankheiten gleichzeitig auf. Die gute Nachricht ist, dass man mit Geduld die Gehölze meist retten kann, sie treiben wieder aus.

Und: Ständige Kontrolle ist wichtig. Der Zünsler hat leider drei bis vier Reproduktionszyklen.
Viel Glück für alle, die betroffen sind und gute Nerven!

März 2018

Ob diese von mir so euphorisch eingepflanzten Christrosen den nachfolgenden, bitteren Frost überstanden haben, weiß ich nicht. Vielleicht war es doch zu unbedacht diese schönen Pflanzen mitten im Winter platzieren zu wollen. (Die Expertin und Züchterin hat es genauso geraten) Nun, ich werde gelegentlich berichten.

Noch immer sind große Teile des Winterschutzes im Garten zu sehen. Ich hatte mich schon vorbereitet, in den kommenden Tagen draußen Ordnung zu machen, die Fliese und Folien wegzunehmen und die winterlich-braunen Reste der Iris, der Gräser und der Herbstastern abzuschneiden, denn jetzt bald würde alles durchtreiben und neu hervor kommen. Leider wird es noch ein wenig dauern. Für das Wochenende ist strenger Frost angesagt. Die zwei Hüllen, die ich schon entfernt habe, werde ich wieder überstülpen, um den Trieben der Hortensie eine Chance zu geben. Und still hoffen, dass der Frost nicht ganz so bitter wie vorhergesagt ausfällt.

Trotzdem kann man etwas tun. Die Buchse soll man jetzt schneiden und mit Algenkalk düngen. In einem Expertenbericht, der Gärtner beschäftigt sich seit Jahren mit Buchsen und deren Krankheiten, habe ich das gelesen. Es soll auch gegen den Zünsler helfen. In jedem Fall werde ich den Rat befolgen, noch haben meine Buchse keinen nennenswerten Schäden, obwohl ich im vergangenen Sommer einige dicke grün-gestreifte Raupen gefunden habe.

Die ersten Hinweise auf Befall sind die Gespinste, in denen die  Eier abgelegt werden. Dazu muss man die Gehölze immer wieder untersuchen, auch ins Innere schauen.  Ein Foto von dieser hübschen Raupe füge ich unten ein, damit jeder den kleinen Feind erkennen kann.  Und: Zünsler überleben sehr gut kalte Winter mit strengem Frost! Im März bereits kanndie neue Generation schlüpfen. Gute und genaue Auskunft gibt die Seite des Berliner Pflanzenschutzamtes.

 

 

Februar 2018

Das erste Mal in diesem Jahr war ich draußen, um zu pflanzen. Ja, wirklich, ich habe etwas gepflanzt, was man im Winter versetzen oder neu pflanzen soll. Aber der Reihe nach. In den Wirren und dem vielen Hin und Her des Gartenumzuges ist mir meine wunderbare rote Christrose abhanden gekommen. Entweder habe ich eine für mich bestimmte Tuppe mit Pflanzen an einen der vielen Pflanzenfreunde gegeben, oder ich habe sie tatsächlich zurückgelassen, weil ich nicht alles herausnehmen und den Garten kahl hinterlassen wollte. Aber das war falsch. Denn das Beet, in dem die schöne Rote stand, wurde plattgemacht. Außer der Zaubernuss ist alles verschwunden, ist dort jetzt Rasen eingesät. Nun, ich suchte meinen jetzigen Garten ab, ob ich sie doch irgendwo in der Eile platziert und vergessen habe. Nein. Sie ist nicht da. Vielleicht haben sie auch die Gärtener mitgenommen, die beauftragt waren, die Rose zurückzuschneiden, die Beete zu entfernen. Wer nur ein bisschen Ahnung vom Garten hat, hat erkannt, welch ein Schätzchen da wächst. Um  es abzukürzen: Heute habe ich neue Schätzchen gepflanzt. Drei Lenzrosen habe ich vor Tagen bei einer Helleborus-Spezialistin bestellt. Promt wurde geliefert und heute habe ich alles angezogen, was es mir möglich machte, draußen zu arbeiten: Zwei Paar Socken, warmes Unterzeug, dicke, alte Jacke und Mütze. So verpackt ging ich ans Werk. Nachdem ich erst einmal viele Wurzeln einer vor Wochen gefällten Fichte ausgraben musste, konnte ich das kleine Beet an der Nordseite vorbereiten. Seitdem die schönen Lenzrosen angekommen waren ( sie blühen herrlich) habe ich mir überlegt, wo ich sie nun besonders gut einfügen könnte.  Man sollte sie sehen können, d.h. am besten da, wo man auch im Winter vorbei geht. Bei uns ist das der Weg zu Carport , Garten und zum Mülleimer. Dort habe ich den Anfang eines neuen Beetes gemacht.  Weitere Schattenstauden werden dazu kommen, davon später.

Es gibt ja schon einige Lenzrosen, die ich mitgebracht habe und erfolgreich hier etablieren konnte. Im Vorgarten in der Nähe zum Nachbarn, geschützt von einer Kiefer und im Schatten einer Thujahecke, die aber unterbrochen ist, genügend Licht an den Standort lässt. Dort wohnen auch meine Schneeglöckchen. Jahrzehnte lebten sie im alten Garten in der Nähe des Teiches unter dem großen Ahorn, jetzt haben sie einen Platz unter der Kiefer in Gesellschaft von vielen Blausternchen, Salomonsiegel, Hortensien und Astilben, um nur einige Bewohner des Halbschattenbeetes zu nennen, gefunden.

Nun aber zurück zu den Neuzugängen. Sie heißen Käthe, Ice Roses Red, Frilly Isabell. Wenn Sie nachschauen wollen, wo sie herkommen, schauen Sie auf der Website von Frau Susanne Peters nach, sie ist eine Spezialistin für Lenzrosen. www.alpine-peters.de

 

 

Wer sich schnell entschließt, könnte noch bis 4.2. 2018 auch in Berlin auf die Gartenmesse: Gartenträume am Gleisdreieck gehen: Dort bekommt man auch eine wunderbare Auswahl an Lenzrosen, rote, gefüllte, getupfte, sehr hoch verzweigte und dunkelrote, die beinahe schwarz sind. Allerhand interessantes Gartengerät, Zwiebeln, Lilien und viel nützliche Gartengeräte  und schöne Gartendekoration finden sie dort ebenfalls. Die Hallen sind hübsch dekoriert, blühende Felsenbirnen und Wolken von rosa Zierkirschen machen zusammen mit andren Gehölzen und Stauden Appetit auf den Frühling. Und man darf sich wundern: Viele Menschen waren da,  die schon auf den Frühling warten, alle wollen raus, draußen etwas tun.

Die Messe tourt durch Deutschland, ist nach Berlin in Magdeburg, Rheda-Wiedenbrück und Freiburg zu sehen .http://www.gartentraeume.com

Die vergangenen Tage sahen ja auch sehr nach Frühling aus, aber nun wird es erst einmal wieder kalt. Ehrlich gesagt, mir ist es lieber jetzt, als vielleicht erst Ende März. Denn ich habe die ersten Triebe der Rosen schon entdeckt. Die mögen schleunigst aufhören mit dem Wachsen, sage ich ihnen immer wieder. Das hat noch ein wenig Zeit.

Und noch etwas in eigener Sache: Ab März werde ich bei facebook eine Gartengruppe gründen, einmal in der Woche gibt es dann news aus dem grünen Bereich, mit Tipps und Neuigkeiten. Jetzt schon mal vormerken und mitmachen.

Und: Als ich etwas unterkühlt und schmutzig rein kam, fühlte ich wieder dieses Gartengefühl, dieses im Leben sein, Teil eines großen Plans zu sein. Das ist etwas ganz Wunderbares. Schon aus diesem Grund sollte es bald Frühling werden, dann genieße ich das wieder täglich, wie tausend andere Gartenmenschen auch.

 

 

 

2018!  Januar 

Nun sind schon die ersten Tage des Jahres vorbei.  Der Gartenmensch war sicher in dieser Zeit Familienmensch, Weihnachtsgenießer, Wein-oder Biertrinker, Spaziergänger, Freundeskreisgenießer und was es sonst noch an schönen Tätigkeiten „zwischen“ den Jahren gibt.

Doch, auch wenn es noch nicht so aussieht, man vielleicht mit Bangen dem Winter ( der sicher noch kommen wird) entgegen sieht, der Frühling wird kommen.  Wie immer schickt er zuerst seine robusten Schneeglöckchen vor. Wer klugt war und im Herbst ordentlich viele von diesen kleinen Zwiebeln gesteckt hat, der kann sich auf einen schönen Vorfrühling freuen. Schneeglöckchen kann man sammeln: Es gibt solch schöne Exemplare die mit ihren gefüllten Glocken sehr beeindrucken. Andere punkten mit gerüschten Rändern, wieder andere sind größer und etwas später und breitere Ränder in Grün. Einschlägige Kataloge bieten viel von diesen schönen Dingen.  Wer sie noch nicht hat, sollte sich im zeitigen Frühjahr einen Platz merken, um im Herbst die Zwiebeln zu stecken. Etwas Sonne wollen die Schneeglöckchen auch haben, ein trockener Platz ist ihnen angenehm, nach meiner Erfahrung kommen sie sehr gut auch am Fuß von großen Bäumen zurecht. Wenn es ihnen gefällt, dann vermehren sie sich auch gut. Hübsch, wenn man eine stattliche Gruppe unter Gehölz herangezogen hat, die sich dann immer weiter ausbreitet.

Was wäre ein Gartentagebuch im Januar ohne den Verweis auf die Zaubernuss? Die muss in jeden Garten! Sie wächst langsam, ist also auch für den kleinen Garten geeignet. Ja nach Sorte zeigt sie jetzt ihre Papierstreifen in rot und gelb und orange. Die Blüten erinnern tatsächlich an schmale Papierstreifen, die sich einrollen, sobald die Temperatur unter – 7 ° sinkt. Wird es wieder ein wenig milder, rollen sie sich wieder aus.  Das kann die Zaubernuss unbeschadet mehrfach tun.  Wer noch keine hat, sollte im Winter einen Platz suchen, auch der sollte sonnig sein. Vor allem aber pflanzen sie diesese hübsche Gehölz an einen Ort den sie gut sehen können, an dem sie auch im Winter oft vorbeikommen: Am Eingang, am Weg zur Mülltonne oder an der Terrasse die man vom Haus sehen kann. Denn: Nichts kann tröstlicher und schöner  sein als Blüten im Winter.

Und: Was tue ich im Januar? Ich überlege, wie ich die vielen, schönen Kontakte und das Fachwissen, das ich im vergangenen Jahr auf der IGA gut und erfolgreich an die Frau und an den Mann bringen konnte,  weiter nutzen  werde. Ein Gartenclub? Eine Gartengruppe bei facebook? Ein Gartenblog? Meine Ideen von Gärtnern, im und mit dem Garten leben, tiefgründige Freude zu haben, Entspannung und eine Tätigkeit die dem gesamten Menschen gut tut, die möchte ich weiter tragen und mich immer wieder mit anderen Grün-Enthusiasten austauschen.

 

 

 

Dezember 

Und schon ist er da! Der letzte Monat des Jahres. Die Gärtnerin ruht immer noch nicht. Zwischen den grauen Tagen gibt es auch welche mit milderen Temperaturen und hier und da etwas Sonne. Diese Tage nutze ich, um den letzen Winterschutz anzubringen. Hortensien, Rosmarin und Gaura bekommen eine Laubabdeckung, die ich mit etwas Erde „befestige“, damit das Laub nicht im Garten umherfliegt. Die besonders empfindlichen Gewächse wie der Rosmarin und die neu verpflanzte Hortensie erhalten einen Sisal-Kragen, der den Winterschutz verstärkt , Laub und Erde festhält. Mein Viburnum tinus, der Mittelmeer-Schneeball bekommt außer der Laubabdeckung am Fuß auch noch ein Mäntelchen aus durchlässigem Vlies, damit die kalten Winterwinde ihm nicht so viel anhaben können. Er ist mit mir umgezogen, hatte im vergangenen Jahr etwas zu kämpfen. Doch das ist vorbei, mit frisch -grünem Laub und wunderbar duftenden kleinen Blüten erfreut er mich zur Zeit. Im Frühling blüht er meist ein zweites Mal. So ist das im Garten. Auch der Winter muss nicht ohne Blüten sein. Am Zaun strahlt der Winterjasmin mit gelben Blüten! Auch er wird im März noch einmal blühen. Aber auch jetzt in der dunklen Jahreszeit erfreut er jeden Besucher.

Hier und da schneide ich weiter zurück. Immer nach dem Motto: Was aufrecht steht, darf bleiben, wer einknickt oder zu unansehnlich ist, wird abgeschnitten. Die Meisen freuen sich über Samen, turnen oft in den Astern oder den Herbstanemonen und knabbern an den Pflanzen.

Wie im November angekündigt, Adressen für die Planung:

Staudengärtenerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg-Laufen

Staudengärtnerei Gaißmayer in Illertissen

Staudengärtnerei Arends-Maubach in Wuppertal-Ronsdorf

Foerster- Stauden in Potsdam Bornim

Königliche Gartenakademie in Berlin- Dahlem

Blumenzwiebelspezialist Fa. Treppens in Berlin -Zehlendorf

Blumenzwiebelspezialist Fa. Hoch in Berlin-Zehlendorf

Baumschule: Gehölze und Bäume, Ewald Fischer, Berlin

Baumschule:  Gehölze, Bäume, Stauden,  Lorberg, Kleinziethen

 

 

 

November 2017

Die letzten Herbstastern glühen noch ein wenig, der Chrysanthemenbusch in dunklem Rot schmückt den Garten noch sehr. Die Gräser sind beinahe alle noch aufrecht, aber das gelbe Beet mit Sonnenbraut Staudensonnenblumen und Rudbeckien ist zum großenTeil verblüht und auch schon heruntergeschnitten.

In einigen Tagen werde ich damit beginnen, den Winterschutz an bestimmte Stauden auszubringen. Meist nehme ich dazu Laub, das ich mit Erde vermische und dann mit einem „Kragen“ aus Sisal abdecke. So bleibt der Schutz liegen und die Vögel können nicht zu viel auseinander scharren. Die Sisal- Stücke ( es gibt sie rund und rechteckig ) kann man mehrfach verwenden. Im Frühjahr klopfe ich sie aus, lasse sie gut trocknen und nutze sie im Spätherbst erneut.

Wer etwas Blühendes im Frühling haben möchte: Solange der Boden frostfrei ist, kann man immer noch einige hübsche Traubenhyazinthen oder Scilla in den Boden bringen. Auch Rosen lassen sich noch sehr gut pflanzen, jetzt kann man sie wurzelnackt kaufen, meist wachsen sie einfach besser an, günstiger sind die Pflanzen auch.

Strauchpäonien werden ebenfalls im späten Herbst verschickt und gepflanzt. Diese edlen Pflanzen sollte man nach genauer Anleitung und guter Bodenvorbereitung platzieren. Dann ist Geduld gefragt. Ob Strauch- oder Bauernpfingstrosen, nach Neupflanzung oder Umpflanzung muss man meist 2-3 Jahre auf die Blüten warten. Aber sie kommen gewiss. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden des Gärtners oder der Gärtnerin.

Diese trüben, feuchten Spätherbsttage kann der Gartenmensch gut nutzen, neue Pläne zu machen: Ausflüge in die Kataloge der Staudengärtnereien machen immer großen Spass. Da fehlt doch noch der buschiger wachsende Wasserdost oder eine besonders schöne, kupferfarbene Rudbeckie.

Möglicherweise sollen Beete vergrößert, oder neu gegliedert werden, vielleicht ist die Anschaffung einer Rose, die im Zentrum des Gartens wachsen soll, geplant. Das alles kann man jetzt, oder sobald der Winterschutz ausgebracht und das Laub geharkt ist, in Ruhe tun.

In Dezember werde ich einige einschlägige Adressen zusammenstellen, damit die Planung leichter fällt.

 

Oktober 2017

In wenigen Tagen geht die IGA zu Ende. Das Wetter hat nicht immer mitgespielt, das fing gleich zu Anfang an, die ersten Tage auf der IGA waren sehr kalt. Wir im I-Punkt GRÜN haben trotz Skiunterwäsche gefroren weil es drinnen nicht wärmer war als draußen.

Trotzdem: Die wunderbar bepflanzten Beete, die heitere Stimmung bei den Konzerten, die Ausblicke von der Seilbahn über das Gelände, diese Dinge haben mich besonders beeindruckt. Dabei gab es noch viel,  viel mehr zu sehen und zu erleben. Die meisten Besucher waren begeistert und viele der Kursteilnehmer berichteten begeistert von den vielen Informationsmöglichkeiten.

Nun zum Garten: Im Oktober ist die Schere das wichtigste Werkzeug. Jetzt beginnt man hier und da abgeblühtes, von Mehltau befallenes oder niedergeknietes Laub zu entfernen. Aber noch nicht alles, immer blühen die Herbstastern im Garten und schmücken sehr. Auch Bienen werden noch gesichtet, an Regentagen bleiben sie zwar zu Hause, schwärmen aus, sobald sich die Herbstsonne zeigt.

Noch immer kann man Zwiebeln stecken. Ich habe noch einige persische Kaiserkronen und im sonnigen Beet die schönen, großen Zierlauche verbuddelt. Auch konnte ich bei meinem Besuch beim Zwiebelspezialisten nicht an zweifarbigen Traubenhyazinthen vorbei. Ich bin jetzt schon auf das Frühjahr gespannt.

Der Sturm hat dem Garten zum Glück nicht viel anhaben können. Mein Bobbie-Kind, ( Ableger meiner schönen alten Rambler-Rose ) das vor kurzem eine sehr schöne große Stütze mit goldener Kugel oben bekommen hatte, lag am Boden als wir ein paar Tage nach  Xavier von einer  Reise zurückkamen.  Das war ein Schreck für mich. Wie es aber aussieht, war dieser junge Trieb noch so elastisch, dass er nicht gerissen ist. Ich kann nur hoffen, dass auch unterirdisch alles in Ordnung ist.  Die anderen kleinen Sturmschäden, wie abgeknickte Gräser und umgefallene Iris habe ich längst beseitigt.

In den nächsten Tagen werden die Buddleien zurückgeschnitten, sowie ein Teil der großen Gräser die in die Knie gehen. Hortensien lasse ich so wie sie sind, die getrockneten Blütendolden entferne ich immer erst im Frühling, sie sind ein kleiner Schutz und darunter kann sich die neue Knospe ungestört entwickeln, man sieht sie dann beim Abschneiden der alte Blüte gut.

Der Rasen wird noch ein-zwei Mal gemäht, dann darf der Rasenmäher gewartet werden. Wenn Sie ein Bezinmäher haben, fahren sie ihn leer, damit er ohne Benzin im Tank überwintert, das erhöht die Lebensdauer. Gartenscheren und Spaten freuen sich nach beendeter Arbeit ( ist noch lange nicht so weit) über eine Abreibung mit einem Maschinenöl wie zum Beispiel Ballisto.

Gut ist auch sich allmählich Gedanken zu machen wie und welche Pflanzen einen Winterschutz brauchen und sich um Filzmatten oder Fliese zu kümmern.

September 2017

So schnell geht ein Sommer vorbei! Wahrscheinlich lag das an meinen anderen Tätigkeiten außerhalb des Gartens und auch im Garten: Der Umzug. Aber nun ist soweit alles geschafft, ich bin dabei mich einzugewöhnen.

Im Garten habe ich schon angefangen hier und da zu korrigieren. Hohe Fetthennen, die viel zu dicht an den Herbstastern sitzt, durften auf einen besseren Platz umziehen. Hibiskus und Perückenstrauch haben Gesellschaft bekommen.  Meine Goldspirea fühlte sich in der Nähe des alten Flieders nicht ganz wohl, brauchte etwas mehr Sonne, durfte zum umziehen. Sie kennen sich gut aus dem alten Garten, werden sicher gut miteinander auskommen.

Was jetzt vor allem ansteht, ist das Abschneiden: Verblühtes muss weg, Stauden, wie der Phlox der in diesem Jahr durch dieses wechselhafte Wetter arg vom Mehltau gebeutelt war, muss runter geschnitten werden. Sofort sieht das Beet freundlicher aus und die letzten Blüten wie die Herbsaster, die unermüdliche Gaura und der hohe Sedum kommen gut zur Geltung. Auch im gelben Beet ist noch viel Blüte zu sehen: Sonnenbraut, Rudbeckien, Bartblume und blühende Gräser machen gute Laune. Vom Arbeitszimmer habe ich einen wunderbaren Blick, direkt auf dieses sonnige Beet.

Die Hortensien sind weitgehend abgeblüht, einige schieben noch ein zwei Blütenbälle nach, auch Annabell leuchtet mit ihren weißen,  runden Blütenbällen. Und: Wer mein Gartentagebuch aufmerksam gelesen hat, weiß von den großen Sorgen, die mir die Umpflanzung der eichenblättrigen Hortensie gemacht hat. Nun, zu meiner großen Freude sieht es aus, als ob sie es geschafft hat, sich einzuleben. Sie ist wieder belaubt, hatte drei Blütendolden und das Laub färbt schön in Kupfer und Braun-Grün, ganz so wie sie es früher getan hat. Ich hoffe, dass der Winter nicht so hart wird, werde ihr etwas Schutz geben damit sie gut durchkommt. 

 August 2017

Der Umzug ist weitgehend geschafft, nun habe ich nur eine Adresse und einen Garten. Der steht zu meiner großen Freude auch in voller Blüte. Mein neu angelegtes „gelbes“ Beet hat sich gut entwickelt. Von meinem Arbeitszimmer aus habe ich wieder einen herrlichen Blick in den Garten, auch auf das Sommer bzw. Spätsommerbeet. Sonnenhut Sonnenröschen, Sonnenbraut , Bronzefenchel und Indianernessel leuchten im Hintergrund des Gartes vor der Thujahecke, werden nachmittags etwas vom  Süßkirschenbaum  beschattet.

Hortensien und Astilben genießen diesen wechselhaft-feuchten Sommer sehr! Die Hortensien blühen zwar nicht in den oberen Etagen der Pflanze, diese wurden durch den Spätfrost im April geschädigt, aber die Blätter sind groß und kräfig und weiter unten gibt es auch Blüten. Die Hortensie an der Nordseite des Hauses ist am besten weggekommen, sie hat den Umzug vor einem Jahr gut weggesteckt und blüht und gedeiht gut. Wie immer in feuchten Sommern haben die Schnecken ein gutes Leben. Vor allem Hosta haben darunter zu leiden. Ich streue mäßig Schneckenkorn, Ferramol, um die Pflanzen. Das hilft und hält den Schaden in Grenzen.

Im August werden die Rosen noch einmal gedüngt, damit das Holz ausreift und gestärkt in den Winter geht. Auch die Beete kann man noch einmal mit etwas Steinmehl und Hornmehl versorgen. Das stärkt die Pflanzen noch einmal, lässt ihnen dann Zeit in die Ruhe zu gehen. Doch davon wollen wir noch nichts hören. Die Tage draußen sind doch die schönsten Tage im Jahr, vor allem, wenn man auch abends draußen sitzen kann. Gegen die Mückenplage helfen verschiedene Produkte, die man unbedingt einsetzen sollte, denn in der Dämmerung tauchen ganze Geschwader der Blutsauger auf.

Iris ( hohe Bartiris)  habe ich auch umgepflanzt, weil die in der Ruhe sind und das jetzt gut vertragen. Auch wenn sie einige Zeit trocken liegen, das schadet nicht, man schneidet das Blatt zurück, pflanzt sie so, dass das Rhizom zu sehen ist, gießt gut an und wartet darauf, dass es der Pflanze gut geht.

Auf der IGA blühen die Stauden -und Gräserbeete, eine Freude entlang zu schlendern und sich das anzuschauen. Viele neue, überraschende Kombinationen sind dort zu sehen. Auch das umfangreiche Rahmenprogramm an Unterhaltung lässt sich sehen und spricht mit unterschiedlichen Veranstaltungen Jung und Alt an.

Wer erst nach 17.00 Uhr kommt, zahlt weniger Eintritt, steht alles auf der Website der IGA. Ein idealer Platz für einen Sundowner in das  Restaurant unterhalb des Wolkenhains, von der Terrasse hat man einen schönen, weiten Blick über das Gelände und in die Landschaft.

 

Juli 2017

Aufmerksame Leser werde es schon festgestellt haben: Ich bin im Verzug. Vielleicht hat Juni a noch ein wenig abgelenkt, aber nun ist es höchste Zeit, über den Juli zu berichten. Die Wetterlage lasse ich außen vor. Der Sommer könnte noch kommen. Phlox, Witwenblume, Santolina, Taglilien, Hosta, Akanthus und viele Blüten machen jetzt große Freude. Den letzjährig gepflanzten, weißen Phlox möchte ich besonders erwähnen: Phlox amplifolia „David“ ist prächtig gewachsen, duftet herrlich. Man schnuppert es im gesamten Garten. Aber auch die frisch vom heimischen Garten umgepflanzten Arten Uspech und Omega blühen. Noch verhalten, aber immerhin, sie zeigen mir, dass sie sich einleben.  Auch ein neunachbarschaftlich geschenkter Phlox namens Elfriede von Alhorn, mit einer kleineren, lila Blüte zeigt sich wüchsig und kräftig. Diese Versammlung der Phloxe macht viel Freude. Sicher werde ich Herbst nach neuen Sorten Ausschau halten, um diese Farb-und Duftsymphonie noch zu ergänzen. Ach ja, die Taglilien! Sie stehen in prächtigem Gelb, orange oder gelblichen Weiß da. Meine schöne rote Taglilie, dich im Überschwang des Staudenbeet-Auflösens  mit verschenkt habe, vermisse ich nun. Aber da ich ihren Namen weiß, kann ich im Herbst Ersatz besorgen. Und ich freue mich über alle Pflanzen, die auswandern durften und bei anderen Gartenmenschen ein gutes Zuhause gefunden haben.

Der Garten möchte gehackt werden, was ich tue, wenn ich zwischen IGA und Umzugs-und Renovierungschaos , etwas Zeit finde. Der Boden dankt es mir. Hier und da arbeite ich in den mageren Boden auch etwas Horn-und Steinmehl ein. Auch das wird offensichtlich von den Pflanzen dankbar angenommen. Im neuangelegten sogenannten gelben Beet, blühen einige übernommene Helianthus-Sorten, die neu erworbenen Sonnenbräute Rauchtopas und Indianersommer treiben kräftige Knospen, lassen hier und da schon Farbe ahnen. Die blauen, schmalen Blütenstände der Veronika ( Ehrenpreis) machen sich ebenfalls gut am neuen Platz. Selbst eine sehr vernachlässigte, panaschierte Bartblume ( Careopteris) hat sich in der Sonne prächtig erholt und setzt ebenfalls blaue Blüten an. Das Riesenchinaschilf im Gräserbeet erfüllt nun endlich seine Aufgabe: Sichtschutz zu bieten. Dort wo er sichtschützt, befindet sich der Eingang von freundlichen Nachbarn, doch Rückzug muss sein. Hinter einem raschelnde Gras ist es besonders hübsch. Im Augenblick komme ich so gut wie nicht dazu, mir die Liege dort hinzustellen, aber das wird sich Mitte August ändern. Vorher werde ich das August-Gartentagebuch schreiben. Versprochen !

 

Juni 2017 /  a 

Das muss ich zeigen: Meine große, schöne, englische Rose blüht in voller Pracht. Bienen und Hummeln besuchen sie fleißig. Da ich diesen Garten verlasse, ist es für mich das letzte Mal, dass ich dieses Wunder erleben darf. Sicher werden sich nach mir andere Menschen daran erfreuen. Ich genieße es mit allen Sinnen, bin so oft es geht, draußen.

Juni 2017 

Iris Proud Tradition

Das Frieren hatte ein Ende, dafür wurde es dann richtig warm, beinahe hochsommerlich. Am Ende dieser warmen Periode standen uns dann Gewitter, Schlagregen und Hagel ins Haus. Das Berliner Stadtgebiet war unterschiedlich betroffen, viel Wasser hatten alle bekommen, der Ostteil der Stadt bekam noch eine Extra-Portion Hagel ab. Meine Funkien, die so gut das Umpflanzen überstanden hatten, sahen und sehen noch immer aus, als hätte jemand auf die Blätter geschossen. Die meisten habe ich bis auf zwei, drei Blätter herunterschneiden müssen.  Meine kleine Bobbie, die ich aus einem Steckholz gezogen hatte, die gut anging, verlor ihren Haupttrieb. Ich kann nur hoffen, dass die Rose einen Seitentrieb bildet. Die Blätter haben sich inzwischen schon etwas aufgerichtet. Auch viele andere Stauden wurden regelrecht geköpft und von den Wassermassen niedergedrückt.

Nun aber zu den erfreulichen Dingen: Der Mai brachte auch viel Farbe in den Garten: Rhododendren und Azaleen blühen, Akeleien wuchsen zu stattlicher Größe heran und füllten die Lücken im lichten Schatten. Die Iris Sibirica eröffneten die Iris Saison, danach kam Kupferhammer und die hohen Bartiris in Blautönen blühen noch. Mary France, eine Sorte die 20 Jahre im Hauptstadtgarten lebte, habe ich umgepflanzt und auch im Osten wächst und blüht und duftet sie. Das ist eine große Freude!

Der noch spät umgepflanzte Hibiscus geht auch an und hat auch den Hagel einigermaßen überstanden. Besonders hübsch zeigen sich die Blütenansätze des Perückenstrauches. Das rote Laub sieht zusammen mit dem ebenfalls tiefroten, geschlitzten Laub des roten Holunders, zauberhaft aus.

Leider wird der Kirschbaum sehr von Krähen, Staren und Spatzen heimgesucht. Selbst wenn ich darunter stehe und in die Hände klatsche lassen sie sich kaum beeindrucken. Höchstens einen Meter fliegen sie höher, um dann weiter an den sich rötenden Kirschen zu erfreuen. Wir freuen uns nicht darüber. Ich sinne über Abwehrmaßnahmen nach. Alte CDs in den Baum hängen, mit einer Rassel schlagen? Am Freitag bin ich ihnen nachgestiegen, bin in den Baum geklettert. Das allerdings hat gewirkt, sie flogen erschrocken weg. Irgendwann musste ich ja wieder runter, sofort war der Kirschbaum wieder bevölkert, tja, was macht man da?

Im Garten arbeiten: Verblühtes abschneiden, den Rosen noch etwas Dünger verabreichen, abends wässern, den Boden lockern. Und sich über die Blütenpracht freuen.  Die hohen Bartiris brauchen Stützen, die Pfingstrosen auch. Sie fallen dann nicht so auseinander und machen eine gute Figur im Beet.

 

Tulpe: Francy Frills

 

 

Gehölz: Hartriegel „Spaethii“

 

 

 

Mai 2017

Was für den Garten und alle Grünanlagen in Berlin wunderbar ist, geht den meisten Menschen auf die Nerven. Immer nur kühl, oft windig immer nur Regen. Ja, es gibt einige Wolkenlücken und ja, die Luft ist frisch und gut. Trotzdem ist es viel zu kühl und ein bißchen Sonne wünschen wir uns alle. Soviel zum Beginn dieses „Wonnemonats“.

Aus dem Garten gibt es schöne und traurige Nachrichten. In den letzten Apriltagen gab es zwei kalte Nächte, die meinen frisch umgepflanzten und auch den alteingesessenen Hortensien sehr zu schaffen machten. Die neuen Blättchen und: viel schlimmer, die winzigen, schon angelegten Blütenstände sind  braun und unbrauchbar. Ich habe etwas zurückgeschnitten und hoffe auf Neuaustrieb. Auf Blüten kann ich wenig hoffen. Für Übermorgen sind schon wieder nur 2 ° in der Nacht angesagt, damit sind wir wiederum gefährlich nahe am Frost.

Doch die guten Nachrichten überwiegen, wie immer im Garten.  Die schmollende Goldberggras-Mutter von der ich im April berichtete, hat sich doch entschlossen zu treiben. Erst sah ich ein paar winzige, dünne, hellgrüne Halme. Dann sprossen mehr und mehr. Nun ist die Größe des Grases zu erahnen, allerdings immer noch sehr zart. Das Kind hat zwar nur 3-4 Triebe, aber  die sind kräftig und hellgrün, wie es sich gehört. Ich bin sicher, auch die Mutter wird mich bald mit vielen hellgrünen Blättern erfreuen.

Immer wieder überprüfe ich, ob meine Lieblinge den Wechsel gut überstanden haben. Die Funkien kommen alle! Auch die große Funkie „Sum and Substance“ (sollte man sich  merken), die ich in drei Teile geteilt habe, treibt kräftig durch. Zwei Gartenfreundinnen können sich nun auch freuen. Ich weiß wie rasch sie wächst, wie groß diese Sorte wird und wie duftend sie blüht. Außerdem verträgt diese Funkien- Sorte auch Sonne. Keine pralle Mittagssonne, aber sehr viel mehr als  Halbschatten.

Wer mein Gartentagebuch aufmerksam liest, dem werden meine Schwierigkeiten eine erwachsene eichenblättrige Hortensie umzupflanzen, nicht entgangen sein. Ich habe diese schmerzliche Erfahrung beschrieben und allen Gartenfreunden erzählt. Von der ehemals 2-3 m großen Pflanze, die mich jährlich mit riesigen, cremweißen Dolden beschenkte, sind vier ca. 50 cm hohe Triebe übrig geblieben. Und ich bin dankbar, dass sie es geschafft haben. Mein Versuch Stecklinge aus der Mutter zu ziehen, sieht nicht ganz erfolgreich aus. Noch stehen sie auf der Fensterbank. Erst wenn die Temperaturen nicht immer wieder in den Keller rauschen, werde ich sie draußen eingewöhnen und hoffen, dass die zarten Ansätze zu Blättern werden.

Was ist im Garten zu tun: Wer im April den Rasen noch nicht gedüngt hat, sollte es jetzt ganz dringend tun. Regen kommt genug, man muss nicht nachwässern. Jetzt wäre auch höchste Zeit die Hortensien und die Rhododendron zu düngen. Bei den Rhododendron empfiehlt sich eine Gabe Fetrilon. Das wirkt der Vergilbung, die durch Mangel entsteht, entgegen. Noch ein Tipp: Wegen Bauarbeiten im neuen Garten musste ein riesiger Rhododendron umgpflanzt werden. Dabei musste ich einige Seitentriebe einkürzen. Sie trugen fest geschlossene Knospen, die zu meiner Überraschung in der Vase sich vollkommen öffneten und nun sein über zwei Wochen das Zimmer schmücken. Also, an einer nicht so sichtbaren Stelle kann man ein Zweiglein abschneiden und ins Haus holen.

Wenn es das Wetter zulässt ist es gut, die Beete zu lockern, Unkraut, oder wie man jetzt sagt, Spontanvegetation, zu entfernen und um die Stauden eine Mischung aus Hornspänen und Steinmehl einzuarbeiten. Mineralien bekommen dem armen Berliner Boden besonders gut. Die Pflanzen werden kräftiger, blühen gut und sind widerstandsfähiger. Iris sind dankbar für Altus, das ist ein spezieller Iris-Dünger, den man im Gießwasser auflöst. Es lohnt sich, einmal eine Gabe und die Iris blühen gut wachsen kräftig und gesund.

Wer sich für Iris besonders interessiert, dem sei mein Kurs auf der IGA am 11. Juni um 15.00 Uhr  ans Herz gelegt. Ich konnte den Iris Experten Herrn Volker Klehm gewinnen, der um 15.Uhr im I-PUNKT Grün auf der IGA über diese herrlichen Gartenstauden sprechen wird. Ich werde ihn unter anderem befragen, was für den Gartenmenschen wichtig ist, wie man mit Iris umgeht, welche Sorten er besonders empfiehlt.

Ebenso erfreut bin ich, dass Frau Christina Tamberg und Herr Dr. Tomas Tamberg am 28. Juni um 15Uhr in den Kurs: Taglilien, unverzichtbar im Garten, kommen. Das Ehepaar ist vielfach für seine Züchterarbeit ausgezeichnet worden. Alle namhaften Staudengärtnereien führen ihre Züchtungen. An diesem Nachmittag wird es um Taglilien gehen, Sie werden viel Neues und Interessantes über diese so prächtige Staude hören.

 

April 2017

Das Wetter ist wechselhaft, so wie man den April kennt.  Für den Garten allerdings ist es gut: Umpflanzen und neu pflanzen gelingt gut, weil es noch nicht zu warm und noch nicht zu trocken ist. Die Stauden und Gräser erleben gerade einen Wachstumsschub, man kann förmlich zusehen wie alles sprießt und wächst. Gräser kann man jetzt gut teilen und neu einpflanzen, ebenso Hosta. Beherzt in der Mitte mit dem Spaten durchteilen, die Hälften wieder platzieren, den Pflanzen bekommt es gut, auch wenn es schwerfällt, so einen großen, eingewachsenen Wurzelballen durchzuteilen.  Wenn Sie  Ihr Beet pflegen und lockern möchten, seien Sie in den ersten Frühlingstagen ganz vorsichtig. Viele junge Pflänzchen  kommen nicht ganz an der Stelle, an der man sie vermutet, die Lilien schieben ihre Triebe aus der Erde, man sieht sie kaum. Da passiert es leicht, dass sie platt getreten werden. Ich suche seit Wochen die Triebe eines umgepflanzten Grases, eine Mutterpflanze und einen Ableger habe ich umziehen lassen. Die Mutter schmollt, das Kind treibt aus. Ich hoffe, sie überlegt sich das noch, kontrolliere fast täglich. Nun, da ist wieder die wichtigste Tugend des Gärtners gefragt: Geduld.

Andere, wichtige Arbeiten: Rasen kann gedüngt werden, sobald die Nachttemperaturen  verlässlich über + 5 °  liegen. Verfilztes kann abgeharkt werden, das belüftet den Rasen, sieht besser aus. Vertikutieren spare ich mir und das seit fast 30 Jahren. Moos wird vom Dünger vertrieben, gibt auf und wird von mir dann abgeharkt.

Hortensien können von den vorjährigen Blüten befreit werden. Achtung beim Schnitt. Genau hinschauen, wo die Knospen ansetzen, darüber schräg abschneiden. Hortensien blühen nicht, wenn man sie zu tief abschneidet. ((Manchmal, nach Frostschäden ist es richtig, man muss dann ein Jahr auf die Blüte verzichten)

Jetzt ist auch höchste Zeit den Kompost gesiebt auf den Beeten zu verteilen, wer es noch nicht getan hat, sollte das schleunigst tun. Auch die Gehölze freuen sich über eine Kompostgabe. Mit einem guten Kompost kann man nichts falsch machen. Iris, Lavendel und andere graulaubige Stauden bekommen eine dünne Schicht, die anderen Stauden eine etwas dickere. Wenn man man, kann man den Kompost ganz leicht einarbeiten, aber Vorsicht (siehe oben, Austriebe).

Ich hoffe, dass in jedem Garten Osterglocken blühen! Blattlauslöwen brauchen die gelbe Glocke als Unterschlupf bei Regen. Man sollte ihnen dieses Zimmer anbieten, denn sie und ihr Nachwuchs vertilgen Unmengen von Blattläusen, helfen uns Chemie zu sparen.

März 2017 

Es ist März und endlich kann es draußen wieder losgehen! Glücklicherweise ist der Frost aus dem Boden verschwunden und die Sonne, die sich nach scheinbar unendlichen, grauen Tagen zeigte, lockt die ersten grünen Triebe.

Schneeglöckchen klingeln in größeren Gruppen, die zarten, frühen Krokusse sind ebenfalls schon da. Und klar, die Winterlinge lachen uns gelb und fröhlich ins Gesicht. Winterlinge kann man ausgesprochen gut selbst vermehren: Man nimmt Samen von den Pflanzen ab, streut sie im frühen Herbst wieder aus. Vorher sollte man die Plastiktüte mit den kleinen schwarzen Samen für einen oder zwei Tage ins Gefrierfach des Kühlschranks legen. Winterlinge sind Kaltkeimer, finden das prima und wachsen dann gut.

Draußen sind nun alle Winterblüher zu sehen: Die Zaubernuss, sie blüht schon seit vielen Wochen, der Winterjasmin zeigt seine gelben Blüten, die oft mit Forsythien verwechselt werden, seit einigen Tagen ist auch der duftende Schneeball hinzugekommen! Diese Drei müssen in jeden Garten. Nichts tröstlicheres als Blüten im Winter oder im zeitigen Frühjahr, wenn der Garten noch grau und trist wirkt. Das sind die Signale zum Auftakt in die neue Gartenzeit!

Aber : Noch ist es zu früh, den Winterschutz von den empfindlichen Pflanzen zu nehmen, auch der Rosenschnitt sollte noch warten. Es dauert nicht mehr lange.